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MI | 21.03 | 17:15
Mischpult der ersten Stunde (Bild: ORF)
Jubiläum
75 Jahre Radio Salzburg
Heuer vor 75 Jahren hat das Radio auch in Salzburg Fuß gefasst: Mit dem ersten RAVAG-Sender auf dem Mönchsberg wurde der Grundstein für das jetzige Radio Salzburg gelegt. Grund genug, sich zu erinnern.
Mit Orgelklängen erstmals im Äther
Mit einem Orgelvortrag von Domkapellmeister Joseph Messner begann am 21. Dezember 1930 um 10.30 Uhr die Geschichte von Radio Salzburg. Anschließend übertrug der "Zwischensender Salzburg", wie der sechste Sender der Radio-Verkehrs-Aktiengesellschaft RAVAG damals hieß, seine eigene Eröffnungsfeier.

Der damalige Landeshauptmann Franz Rehrl lobte in seiner Rede die "neue Stimme Salzburgs, die nahe und fern gehört werden wird, ein neues Mittel zur Verständigung zwischen Salzburg und der Welt."
Erste Live-Übertragungen im Sommer 1930
Mit dem Mittelwellen-Sender, einem Fabrikat der Firma Czeija & Nissl, auf dem Mönchsberg war das RAVAG-Programm auch in Salzburg zu empfangen. Die dafür notwendige Reusenantenne wurde zwischen einem 35 Meter hohen Gittermasten und dem alten Wasserturm gespannt.

Damit wurde auch eine kuriose Situation beseitigt: Denn im Sommer 1930 hatte es erstmalig Radioübertragungen von den Salzburger Festspielen gegeben - diese waren zwar in Wien oder Graz zu hören, aber nicht in Salzburg!
Erster Mittelwellensender am Mönchsberg (Bild: ORF)
Sender Moosstraße (Bild: ORF)
Vom Zwischen- zum Lokalsender
Ein Lokalprogramm vom "Zwischensender Salzburg" aus entwickelte sich aber nur zaghaft - mit dem Wetterbericht aus München, weil der für Salzburg mehr Gültigkeit hat als jener aus Wien, mit Berichten vom Gaisbergrennen und von Premieren im Stadttheater.

Zunächst machten die Lokalberichte nicht mehr als eine Viertelstunde am Tag aus. Einmal im Monat kam aber eine "Ländersendung" aus Salzburg dazu, die österreichweit ausgestrahlt wurde.

Mit zahlreichen Festspielübertragungen wurde der "Zwischensender Salzburg" bald wirklich eine neue Stimme zur Verständigung Salzburgs mit der Welt.
Sprecher vor "Rot-Weiß-Rot"-Mikrofon (Bild: ORF)
Rot-Weiß-Rot setzt neue Maßstäbe
Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die Amerikaner die Sendergruppe Rot-Weiß-Rot mit Studios in Salzburg, Linz und Wien. Am 6. Juni 1945 startet das schon bald sehr beliebte neue Programm.

Als Leiter des Salzburger Senders setzen die Amerikaner ihren "radio officer", den gebürtigen Deutschen Hans Cohrssen, ein. Noch im Juni 1945 übersiedelte der Sender Rot-Weiß-Rot in das Franziskanerkloster in der Salzburger Altstadt.

"Rot-Weiß-Rot" setzt neue Maßstäbe in der Entwicklung des Hörfunks. Die Sport-Reportagen des unvergesslichen Hans Klettner von den Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz erlangten schnell Kultstatus.
Tontechnikerin Gerda Eisendle (Bild: ORF)
Aufnahmewagen vor dem Studio Franziskanergasse (Bild: ORF)
Der ORF entsteht
Mitte der Fünziger Jahre begann eine neue Ära für Radio Salzburg: Der "Österreichische Rundfunk" entstand 1953 als staatliche Gesellschaft aus der RAVAG. Die einzelnen Landesstudios schlossen sich an. Nach dem Abschluss des Staatsvertrages 1955 kam der US-Sender Rot-Weiß-Rot zum Österreichischen Rundfunk.

Am 11. Dezember 1957 gründeten die Republik Österreich und die Bundesländer schließlich die Österreichische Rundfunk GmbH (ORF). Der erste Intendant von Radio Salzburg wurde im Herbst 1954 Paul Becker.
27 Jahre lang aus der Altstadt
27 Jahre lang sendeten Rot-Weiß-Rot und der ORF aus dem Franziskanerkloster. Dann wurde mit dem Bau des ORF-Landesstudios im Nonntal ein weiterer Schritt in Richtung Modernität gesetzt.

Der vom Volksmund "Peichl-Torte" getaufte Bau wurde zum Muster für die anderen ORF-Landesstudios.
ORF Landesstudio Salzburg 1972 (Bild: ORF)
Sender Gaisberg (Bild: ORF)
Das neue ORF-Landesstudio
Am 21. Juli 1972 eröffnete Landeshauptmann Hans Lechner (ÖVP) in Anwesenheit von Generalintendant Gerd Bacher und Architekt Gustav Peichl das neue ORF Landesstudio in Salzburg-Nonntal.

Seit diesem Jahr wird Radio Salzburg von dort gesendet. Und trotz einiger Umbauten im Inneren hat sich an der Außen-Gestalt des Hauses grundsätzlich nichts geändert. Mittlerweile werden vom Landesstudio aus täglich 24 Stunden Programm gesendet, auch die aktuelle TV-Sendung "Salzburg heute" und zuletzt salzburg.ORF.at haben dort ihre Heimat.
Radio-Salzburg-Sendestudio 2005 (Bild: ORF)
Logo der Sendung "Tanzmusik auf Bestellung" (Bild: ORF)
Sendungsklassiker über Jahrzehnte
Mit der Geschichte von Radio Salzburg sind einige Sendungsklassiker verbunden. So war "Tanzmusik auf Bestellung" jahrelang ein Fixpunkt im Programm. Unvergessen sind die Sendungen aus dem Glasstudio im Kongresshaus, wo auch die Feiernden zu der Musik das Tanzbein schwangen.

Auch der "Zeitvertreib" ist ein weiterer Radio-Salzburg-Klassiker, genauso wie "Welle Salzburg", "Mix-Dur-Mix-Moll", oder "Mit'm Sepp ins Wochenend". In Salzburg erfunden wurde auch das "Salzburger Nachtstudio", das nach wie vor auf Ö1 läuft.
Veränderung, um weiter Erfolg zu haben
Doch im Laufe der Jahrzehnte änderten sich die Hörgewohnheiten. Das Radio wurde immer mehr zum Nebenher-Medium, das beim Autofahren, Arbeiten oder anderen Tätigkeiten konsumiert wird.

Dem wurde auch in Radio Salzburg Rechnung getragen. Das Programm wurde über den Tag einheitlicher gestaltet, die Struktur der Stundensendungen wurde aufgebrochen. Und der Erfolg zeigt es: So kann Radio Salzburg auch noch im Zeitalter der großen Radiokonkurrenz der Sender für Salzburg sein.