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MI | 21.03 | 17:13
Mühle&Co Spielspaß seit den alten Römern
So manche Spiele, die auch heute noch beliebt sind, gab es schon in der Römerzeit. Denn eine Partie Mühle oder Backgammon war auch schon in der Antike beliebt, betonen Salzburger Altertumswissenschafter.
Antikes Mühlespiel (Bild: Universität Salzburg)
Rundes Mühlefeld
"Seit es den Menschen gibt, spielt er" - diese Weisheit kann der Salzburger Altertumswissenschafter Rupert Breitwieser nur bestätigen. Denn schon zur Zeit des römischen Kaiserzeit war Mühle allgemein beliebt - "allerdings wurde es auf runden und nicht auf eckigen Feldern gespielt. Die Regeln waren aber sehr ähnlich", sagt Breitwieser.

Auch das Ludus Latrunculus, das "Spiel der kleinen Diebe", war im ganzen altrömischen Imperium verbreitet: "Das belegen Grabfunde - etwa in einem Druidengrab in England aus der Zeit des Kaisers Claudius um 40 oder 50 nach Christus", sagt Breitwieser. Das Ludus Latrunculus ähnelt dem heutigen Backgammon stark.
Spieler am Spieltisch (Bild: Universität Salzburg)
Würfel, Boccia, Ballspiele
Auch für Würfelspiele hatten die alten Römer einen Faible: "Sie haben sogar kleine Würfeltürme gebaut, von denen der Würfel dann über Stiegen heruntergerollt ist. Damit sollte verhindert werden, dass geschummelt wird", weiß der Altertumswissenschafter.

Spielgeräte wie Reifen, die mit Stäben in Bewegung gebracht wurden, oder Nüsse, mit denen nach Boccia-ähnlichen Regeln gespielt wurde, haben sich erhalten.

Die populären Spiele der Antike verbreiteten sich rasch im gesamten Römerreich - und wurden auch im heutigen Österreich gespielt.
Beim Reifenspiel (Bild: Universität Salzburg)
Spielsucht auch schon ein Problem
Doch auch Spielsucht war im antiken Rom ein Thema - das belegten einerseits Schriften von Philosophen, "die sich darüber aufregen", und andererseits bissige Satiren, die überliefert sind, bestätigt der Altertumswissenschafter.
"Haben keine Belege dafür" Gab es keine Spielkarten?
Nur über Kartenspiele schweigen die antiken Quellen - zwar will Breitwieser "nicht ausschließen, dass es sie gegeben hat. Aber wir haben keine Belege dafür." Schließlich erhält sich Papyrus nur unter Idealbedingungen über die Jahrtausende - "und Wachstafeln sind als Spielkarten nicht geeignet".

Peter-Paul Hahnl, salzburg.ORF.at