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MI | 21.03 | 17:13
Krebse Brutale Verdrängung in Flüssen und Seen
In den Salzburger Flüssen, Bächen und Seen läuft seit Jahren ein brutaler Verdrängungswettbewerb. Die heimischen Edelkrebse werden immer seltener, ihre amerikanischen Verwandten dagegen häufiger.
Krebs (Bild: ORF)
Schwierige Bedingungen für die heimischen Tiere.
Verbaute, verschmutze Gewässer und die Pest
Der europäische Flusskrebs - auch Edelkrebs genannt - war bis vor hundert Jahren beinahe in jedem Gewässer in Salzburg zu finden. Heutzutage sind die Tiere aber selten geworden - das beobachtet der Salzburger Biologe Robert Patzner nur allzuoft.

"Vor hundert Jahren wurde die Krebspest eingeschleppt, zudem gefährden Verbauung und Verschmutzung der Gewässer die Bestände", sagt Patzner. Und dazu wurden auch amerikanische Krebse in den heimischen Flüssen und Bächen eingesetzt - sie sind resistent gegen die Krebspest und verdrängen so die heimischen Arten.
Prebersee einer der wenigen Rückzugswinkel
Die Folgen der Entwicklung sind für den Biologen klar sichtbar. Heimische Edelkrebse sind nur noch in wenigen Salzburger Gewässern zu finden - so etwa im Lungauer Prebersee, wo es noch einen "sehr guten Bestand" gibt.

In vielen anderen Gewässern haben die amerikanischen Krebsarten die kleiner gewordenen Lebensräume der heimischen Krustentiere übernommen.
Entwicklung europaweit
Krebs (Bild: ORF)
Diese Entwicklung ist nicht nur auf Salzburg beschränkt: "In Skandinavien sind fast alle europäischen Flusskrebsbestände weg", weiß der Biologe.
Bach (Bild: Rainer Sturm/aboutpixel.de)
Informationen für Salzburg
Patzner und seine Kollegen wollen jetzt die Salzburger auf die Veränderungen in den heimischen Gewässern aufmerksam machen - zu sehen gibt es die seltenen Tiere auf einem Stand bei "Uni hautnah" im Europark diese Woche.

Und das Publikumsinteresse am Leben in den Seen und Flüssen ist vorhanden, betont Patzner: Im letzten Jahr sei der Andrang am Stand der Gewässerbiologen groß gewesen, für heuer erwartet er Ähnliches.

Peter-Paul Hahnl, salzburg.ORF.at