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MI | 21.03 | 17:09
Gerhard Zukriegel (Bild: Erzdiözese Salzburg)
Generationswechsel an der Domorgel
Nach über 40 Jahren als Organist im Salzburger Dom, nimmt Gerhard Zukriegel zu Maria Himmelfahrt seinen Abschied. Nachfolger an der Domorgel wird sein Freund, Mozarteumprofessor Heribert Metzger.
Zukriegel: Organist und Jurist
Seit 1. Mai 1963 war Gerhard Zukriegel im Amt als Organist des Salzburger Doms. 1928 in Wien geboren, studierte er gleichzeitig Orgel und Orgelkomposition an der Musikakademie und absolvierte sein Jus-Doktorat.

Nach dem Studium 1951 übersiedelte er nach Salzburg und war bis 1962 als Organist in den Pfarrkirchen St. Andrä und Maxglan tätig. Von 1957 bis 1997 arbeitete es zusätzlich auch als Jurist.
Gerhard Zukriegel an der Domorgel (Bild: Erzdiözese Salzburg)
Von Domkapellmeister Messner bestellt
An den Beginn seiner Karriere im Dom erinnert sich Zukriegel noch gut: "Eines Tages rief der damalige Domkapellmeister, der legendäre Professor Josef Messner bei mir an und fragte mich, mit dem Beisatz er hätte gehört, ich könne ganz gut Orgel spielen, ob ich vielleicht sein neuer Domorganist werden wollte."
Erzbischöfliches Dekret
Anfangs fehlte ihm zwar noch die erzbischöfliche Bestätigung, doch Domkapellmeister Joseph Messner sorgte mit einer Audienz beim Fürsterzbischof Andreas Rohracher schnell für Abhilfe: "Exzellenz, wenn der Zukriegel binnen vierzehn Tagen sein Dekret ned in der Hand hält, lege ich mein Amt zurück." sollen Messners Worte gewesen sein.

"Aber Herr Professor! Das kann nur ein Versehen gewesen sein, ich werde mich sofort darum kümmern", antwortete Rohracher und Zukriegel hielt rasch sein Dekret in der Hand.
Fünf Erzbischöfe erlebt
Im Laufe seiner 40 Dienstjahre hat Zukriegel fünf Erzbischöfe und vier Domkapellmeister erlebt. Eine besondere Freundschaft verband ihn dabei mit Anton Dawidowicz, der von 1969 bis 1986 Domkapellmeister war: "Wir haben auch beim selben Orgelprofessor, dem Domorganisten von Sankt Stephan, Karl Walter, studiert."

Zukriegel, der nie etwas anderes werden wollte als Berufsmusiker, musste seinem Vater zu Liebe auch Jura studieren. "Schließlich war ich doch froh, dass mein Vater mich gezwungen hat, einen Brotberuf erlernt zu haben."
Endlose Imprivisationen für den Papst
An den letzten Papstbesuch in Salzburg erinnert sich Zukriegel noch sehr gut. Das langsame Vorankommen des Papst-Konvois durch die Menge der Gläubigen zwang ihn zu schier endlosen Improvisationen:

"Ich bin fast eine halbe Stunde lang auf dem Bildschirm am Residenzplatz frei improvisierend gezeigt worden."
Freund übernimmt die Nachfolge
Anfang September übernimmt Heribert Metzger das Amt des Domorganisten. Für Zukriegel ist das ein Glücksfall. Er hat seinen Freund Metzger für das Amt vorgeschlagen und hofft, sich noch hie und da hinter seine geliebten Orgeln setzen zu können: "So bin ich nicht ganz von meinen geliebten fünf Orgeln abgeschnitten."
Heribert Metzger (Bild: Erzdiözese Salzburg)