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MI | 21.03 | 17:06
Papierflieger (Bild: Red Bull Photofiles)
Weltmeisterschaft der Papierflieger-Bastler
Freitag und Samstag steht der Hangar-7 in der Stadt Salzburg ganz im Zeichen der Papierflieger: 203 Papierflugzeug-Bastler aus 83 Nationen falten und werfen um die Wette - schließlich geht es um den Weltmeistertitel.
Flugweite, Flugzeit, Kreativität. Drei Kategorien
Ein Blatt Papier, eine gute Idee und ein kräftiger Oberarm: Das sind die besten Vorraussetzungen, um beim Weltfinale der Papierflieger vorne mit dabeizusein. Bewertet in drei verschiedenen Disziplinen: Flugweite, Flugzeit und Kreativ-Flug.

Was andere als Freizeitbeschäftigung oder Zeitvertreib in einer Schulpause sehen, ist für die Papierflugzeug-Profis bitterer Ernst. Jack Hart aus Chicago ist einer der besten Papierflieger-Konstrukteure der Welt. Sein Geheimnis ist die jahrelange Erfahrung: "Eigentlich falte ich seit der 5. Schulstufe immer den gleichen Flieger, also muss ich nicht soviel trainieren - ich vertraue einfach auf das einzige Design, das ich kenne."
Papierflieger wird geworfen (Bild: Red Bull Photofiles)
Flugweite zählt in Königsklasse
Jack Hart startet in der Kreativ-Kategorie, auch "Aerobatics" genannt: "Das ist eine ziemlich subjektive Kategorie. Die Jury bewertet was dein Flieger in der Luft macht, wieviele Loopings oder andere Tricks er macht. Dann natürlich das Design, ob es dein Land irgendwie repräsentiert. Deswegen hab ich auch gleich rotes und blaues Papier mitgebracht."

Die Königsklasse ist jedoch jene, in der die Flugweite zählt: "Dabei ist es wichtig, die Flügel so schmal wie möglich zu falten", weiß Travis Ho aus Singapur, "Eigentlich ist es dann mehr ein Papier-Pfeil als ein Papierflieger. Man sollte einfach versuchen, seinen Flieger so klein und kompakt wie möglich zu falten, um den Luftwiderstand zu reduzieren."
Sorgfältiges Falten für sie Pflicht Drei Österreicher im Bewerb
Einer der drei österreichischen Teilneher der Papierflieger-WM ist Daniel Reiter aus Seewalchen (OÖ). Für ihn ist klar: "Das mit dem Falten ist eigentlich die größte Arbeit. Denn nach drei Mal werfen ist der Flieger im Eimer. Dann ist die Spitze verknittert oder die Spannung des Papiers hat nachgegeben. Dann muss ich einen neuen Flieger falten."

Sorgfältige Arbeit ist deshalb Pflicht: "Wenn man weniger genau faltet, wirkt sich das gleich aus. Das Wichtigste ist die Symmetrie beim Flieger. Denn wenn er nach 25 Metern einfach nach links abbiegt, dann hat das keinen Sinn. Er muss pfeilgerade fliegen."
Papierflieger wird gefaltet (Bild: Red Bull Photofiles)
Zuschauer (Bild: Red Bull Photofiles)
Auf Großereignis hintrainiert
Bei jedem Training "kommt man auf neue Sachen drauf", ergänzt Daniel Reiter, "Dazu ein bisschen im Internet recherchieren - also es bringt Einiges."

70 bis 80 Flieger hat der Oberösterreicher allein in den letzten zwei Wochen gefaltet. Ob das reicht, ist schwer zu sagen: "Ich weiß nicht wirklich, wie die anderen drauf sind. Und eine Weltmeisterschaft - das sind andere Gesetze. Ich würde mich total freuen, wenn ich ins Finale kommen, um zu zeigen, was ich drauf habe."
Weiten-Weltrekord liegt bei 63,1 Metern
Geworfen wird Freitag und Samstag. Das Finale steigt Samstagnachmittag. Und vielleicht fällt auch der Weiten-Weltrekord für Papierflieger: Der liegt nämlich zurzeit bei 63,1 Metern.