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MI | 11.04.2012
Strommasten (Bild: ORF)
FÜR UMWELT
Verbund: Erdkabel bringt nicht viel
Die geplante 380-kV-Starkstromleitung im Flachgau in der Erde zu verlegen bringe nicht weniger elektromagnetische Strahlen. Außerdem sei eine Erdleitung nicht gut für die Umwelt, betont der Verbund-Konzern.
Proteste aus dem Flachgau
Die Starkstromleitung soll zwischen St. Peter am Hart (OÖ) und Elixhausen (Flachgau) entstehen. Vier Flachgauer Bürgermeister zwischen Berndorf und Seekirchen fordern aber ein Erdkabel. Sie befürchten eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung durch die Leitung.

Diese Meinung hat ja zuletzt auch Gerd Oberfeld, Umweltmediziner des Landes Salzburg, in seinem Gutachten zur Umweltverträglichkeit der 380kV-Leitung vertreten - auch er fordert eine Erdverkabelung. Der Verbund bezweifelt dieses Gutachten.
Dürrer Erdstreifen durch die Landschaft
Ein Erdkabel schädige die Umwelt deutlich mehr als eine Freileitung, betonten Verbund-Vertreter am Mittwoch in Salzburg: Durch ein Kabel werde die Erde erwärmt, das Grundwasser sei in Gefahr, Tiefwurzler könnten nicht mehr überleben und ein meterbreiter dürrer Erdstreifen würde sich durch die Landschaft ziehen.

Nicht zu vergessen seien die zigtausenden LKW-Fahrten bei der Verlegung und nach 30 Jahren, wenn das Kabel wieder ausgetauscht werden müsste.
"Müsste Kabel 25 Meter tief eingraben"
Auch der von Oberfeld geforderte Grenzwert für elektromagnetische Felder stößt bei Hubert Keller, Projektleiter für die Starkstromleitung, auf völliges Unverständnis.

Der Wert liege nämlich um das 2.000-fache unter den Richtinien der Weltgesundheitsorganisation WHO, sagt Keller: "Wie der Dr. Oberfeld das vorschlägt, müsste man das Kabel wahrscheinlich 25 Meter tief eingraben, damit eine Feldbelastung hat, die unter ein Mikro-Tesla fällt. Das ist ökologisch schwer denkbar. Das kann ich in einer großen Stadt machen, wo der U-Bahn-Schacht vielleicht in 20 Metern Tiefe liegt."
Schwierigere Reparaturen
Neben der Umweltbelastung können Erdkabel auch eine Gefahr für die Stromversorgung sein, ergänzt Keller - denn Reparaturen seien schwieriger und langwieriger.
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