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KULTUR |
27.07.2011 |
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Festspielrede: "Kunst gegen politischen Alltag"
Zur Eröffnung der 91. Salzburger Festspiele Mittwochmittag sind auch heuer wieder zahlreiche Politiker, Botschafter und Prominente erschienen. Die Redner nutzen die Gelegenheit dabei nicht nur für kulturpolitische Statements.
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"Warum rufen wir nicht 'Wir sind ein Europa'?" |
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Motto der Wiedervereinigung aufgegriffen
Es waren die Themen der Kulturpoltik und das Bekenntnis zu einem gemeinsamen Europa, die die Festspielreden am Mittwoch bestimmt haben.
Mehr Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme an Kunst und Politik forderte Bundesministerin Claudia Schmied (SPÖ), für ein gemeinsames Europa sprach sich Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) aus und nahm das Motto der deutschen Wiedervereinigung auf.
"Wir sind das Volk! Diese vier schlichten Worte wurden geschichtsmächtig. Warum stehen heute nicht wir auf und rufen: 'Wir sind ein Europa!'", fragt Burgstaller.
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Fischer: Auf Erreichtem nicht ausruhen
Bundespräsident Heinz Fischer wies darauf hin, dass Europa nach dem zweiten Weltkrieg gelernt habe, seine Probleme gemeinsam zu lösen, dass man sich allerdings auf dem bereits Erreichten nicht ausruhen dürfe.
"Zu Phrasen verdichtete Vorurteile, die auf Plakatwände geklebt werden, helfen da sicher nicht weiter. Und vor einem Rückzug gegenüber einer gefährlichen Mischung aus Nationalismus und Extremismus muss erst recht gewarnt werden", so Fischer.
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Gauck war einer der wesentlichen Kämpfer für die Wiedervereinigung Deutschlands. |
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Gauck erinnert an Künstler in ehemaliger DDR
Europa als Ort der Sehnsucht der im Osten Unterdrückten, davon hat Joachim Gauck gesprochen. Er war als Pastor einer der wesentlichen Kämpfer für die Wiedervereinigung Deutschlands und hat sich danach gegen das Vergessen der Verbrechen engagiert. Er erinnerte an jene Künstler, die sich von der Macht nicht brechen ließen.
"Wer hätte einst in den politischen Einöden des eingemauerten Ostens denn das Ohr und das Auge wieder aufgeweckt, wenn nicht eben jene Künstler, die sich nicht an die Staatsmacht verkauft hatten", meint Gauck.
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"Freude und Freiheit machen Gesellschaft aus"
Künste und Künstler brauchen die Menschen, so Gauck, um in den unwirtlichen Ebenen der Politik überleben zu können. Auch wenn man das Vollkommene nicht schaffen könne, so ahne man das Gute und absolute zumindest.
Und Gauck schloss mit der Feststellung, dass man in Salzburg erfahren könne, dass nicht Mängel und Defizite eine Gesellschaft ausmachen, sondern die Freude an Freiheit.
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salzburg.ORF.at; 27.7.2011
Mit einem Festakt werden am Mittwoch die Salzburger Festspiele eröffnet, Joachim Gauck wird die Festrede halten. Die Premieren des ersten Festspielabends werden die Wiederaufnahmen von "Jedermann" und "Le nozze di Figaro" sein.
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