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MI | 11.04.2012
Studentin in Studentenheim (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Studentenheime werden deutlich teurer
Zimmer in Studentenheimen dürften künftig deutlich teurer werden - der "sozial verträgliche Heimpreis" sei "gestorben". Das Wissenschaftsministerium hat den Heimbetreibern eine Förderung gestrichen.
Monatliche Kosten beim Salzburger Studentenwerk.
Durchschnittlich 300 Euro für Einzelzimmer
In Salzburg lebt rund ein Fünftel der Studierenden in Studentenheimen - mehr als in den anderen Universitätsstädten: Das liegt in erster Linie an den hohen Mietpreisen auf dem freien Markt. Die Heimplätze sind begehrt - die Wartelisten für die insgesamt 1.600 Betten sind lang.

Einer der Heimbetreiber ist das Salzburger Studentenwerk mit zehn Häusern. Dort zahlt man derzeit durchschnittlich 300 Euro pro Monat für ein Einzelzimmer.
"Heimpreis wird sicher steigen"
Doch das wird sich ändern, sagt Georg Leitinger, Geschäftsführe der Studentenwerks: "Wir wissen seit Montag, dass alle Bundesmittel für die Förderung von Studentenheimen gestrichen worden sind. Das ist für uns eine dramatische Situation, weil wir dadurch gezwungen sind, Rücklagen für die Sanierung von Heimen, die wir in der Vergangenheit nicht bilden mussten, zu erwirtschaften. Der Heimpreis für Studentenheime wird sicher steigen."

Mit dieser Entscheidung des Wissenschaftsministeriums sei "der sozial verträgliche Heimpreis in Österreich gestorben", ergänzt Leitinger.
Bis zu 60 Euro im Monat teurer
Bis zu 60 Euro pro Monat könnten Studentenheimplätze teurer werden, haben erste Berechnungen ergeben.
Studenten bleibt weniger Zeit zum Studieren.
Mehrarbeit wegen höher Kosten
Schon jetzt müssen knapp zwei Drittel der Studierenden in Salzburg arbeiten, um sich die hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten leisten zu können.

Und die Situation dürfte sich weiter verschlechtern, sagt der Sozialreferent der Salzburger Hochschülerschaft, Tobias Aigner (VSStÖ): "Zu befürchten ist, dass die Studierenden mehr arbeiten müssen, um diese Mehrausgaben zu decken. Damit müssen sie allerdings wieder eine Studienzeit-Verzögerung in Kauf nehmen, was wiederum mit Beihhilfen-Verlust bedroht ist. Die Abwärtsspirale beginnt zu laufen."
"30 Stunden Job, 30 Stunden Studium"
"Bei mir wird wahrscheinlich der zweite Job jetzt dazukommen", betont auch Studenten-Heimsprecher Donat Klingesberger, "Ich weiß nicht mehr, wie ich daneben studieren soll. Denn das Studium sind 30 Stunden in der Woche, daneben soll ich noch 30 Stunden in der Woche arbeiten. Ich komme in Normalzeit auf 60 Stunden in der Woche."
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