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MI | 11.04.2012
380kV-Mast neben 220kV-Mast (Bild: ORF)
POLITIK
Eugendorf: Heftige Debatte um 380kV-Leitung
Für den Bereich Eugendorf (Flachgau) reicht der Verbund nun die Westvariante der 380 kV-Stromautobahn ein. Die längere Osttrasse ist aus dem Spiel: Jubel im Osten und Norden des Ortes, Wut im Westen und Süden ist das Ergebnis.
Vorsicht, Hochspannung (Bild: ORF) Westtrasse wird immer wahrscheinlicher
Bei vielen Gemeindebürgern wächst nun der Groll auf die Landespolitik, denn das seit langem geforderte Erdkabel rückt in immer weitere Ferne.

Die Aussicht, dass die Leitung weiter von der Bayerhammer-Siedlung in Eugendorf wegrückt, freut die Leitungsgegner. Sie wären dann aus dem Schneider - nämlich außerhalb der vom Land verlangten Mindestabstände von 400 Metern.

Das geschieht aber nur, wenn der Verbund stattdessen die kürzere Westtrasse einreicht und baut. Heinz Kaupa vom Verbund tendiert zu dieser Variante: "Die Ablöse-Problematik scheint jetzt lösbar zu sein. Wir haben in vielen Gesprächen einen Weg gefunden, der schon sehr konkret ist."
Foto: www.aol.de Bürger protestieren gegen Trassenführung
Diese Westtrasse soll bei Eugendorf-Pebering die Bundestraße, das Gewerbe- und Wohngebiet sowie die Autobahn kreuzen.

Dort sieht die Bürgerinitiative nun ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt, wie der Aktivist Elmar Niederkofler schildert: "Es ist immer wieder gewechselt worden zwischen West- und Ostvariante. Und wir haben gehofft, dass es die anderen erwischt. Aber jetzt ist es sehr ernst, dass es bei uns gebaut wird. Wir haben bisher etwa 200 Unterschriften dagegen gesammelt."
Anrainer der Osttrasse erleichtert
Zwei Kilometer weiter in der Bayerhammer-Siedlung kann man auf 500 Unterschriften verweisen. Man gibt sich erleichtert, dass die neue Leitung weiter weg rückt.

Jubel kommt aber nicht auf, sagt der Aktivist Rupert Breitwieser: "Dort gibt es auch Wohnbevölkerung, und das macht uns auch betroffen. Wir verlangen eigentlich vom Land, dass entsprechender politischer Druck von der Landesregierung ausgeübt wird. Jetzt reibt sich der Verbund die Hände, und die Landesregierung wäscht sich die Hände in Unschuld."
Noch viel Zündstoff bis zum Bau
In Eugendorf-Pebering plant man Protestaktionen, denn auch bei erfolgreichen Gewerbe-Grundablösen läge die Wohnsiedlung innerhalb der 400-Meter Verbotszone.

Kaum zu vermeiden, bedauert Leitungsplaner Heinz Kaupa vom Verbund: "Wir kommen ohne Verletzungen dieser Vorgaben nur in zwei Gemeinden durch. Die Trasse, die wir jetzt gefunden haben, das ist die, die am besten mit den Entfernungen umgeht."

Es bleibt also sehr viel Zündstoff für die Bürgerdiskussionen über den Trassenverlauf ab Mitte Mai.
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