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MI | 11.04.2012
Helmut Mödlhammer (Bild: Gemeindebund)
POLITIK
Gemeindebund gegen Postamtsschließungen
Das Fehlen von Postämtern und auch Postpartnern in bestimmten Gemeinden sei gesetzwidrig. Das kritisieren jetzt die Post-Gewerkschaft und der Gemeindebund.
Mitte der 1990-er Jahre gab es in Salzburg noch 140 Postämter.
Bis 2015 nur mehr 35 Postämter in Salzburg
140 Postämter gab es noch vor fünzehn Jahren in Salzburg - heute sind es nur mehr 75 - und nach den Sparplänen der Post AG sollen bis 2015 ganze 35 Postämter im Land übrig bleiben.
Postpartner in Kaprun warf schon nach wenigen Monaten das Handtuch.
Teilweise findet sich kein Postpartner
An ihrer Stelle sollten Postpartner diese Dienste übernehmen, doch auch da spießt es sich: In der Tourismusgemeinde Kaprun hat auch der Postshop nach nur wenigen Monaten zugesperrt und anderswo findet sich überhaupt kein Post-Partner.

Das sei gesetzwidrig, kritisieren Post-Gewerkschafter und Gemeindebund.
Neun Gemeinden ohne Post bzw. Postpartner
Ende 2010 ist das Postamt in Elsbethen (Flachgau) zugesperrt worden - als Ersatz empfiehlt die Post ihren Kunden lakonisch die Postämter Salzburg Aigen oder Hallein.

Einen Postshop gibt es in der Gemeinde bis heute nicht. Elsbethen ist also ohne Postdienst - zusammen mit acht weiteren Gemeinden im Land.
"Weisen seit Jahren auf den Missstand hin".
"Laut Postmarktgesetz ein illegaler Zustand"
Laut Paragraph 7 des Postmarktgesetzes sei das ein illegaler Zustand, ärgert sich Post-Gewerkschafter Kurt Friedl. Die Post sei verpflichtet, für Ersatz zu sorgen, betont Friedl.

"Schon seit Monaten, ja sogar Jahren, weisen wir darauf hin, dass dieses Gesetz einfach nicht exekutiert wird und hier von unserem Unternehmen leider völlig rechtswidrig agiert wird."
"Dieser Punkt ist im Gesetz nicht klar genug definiert".
"Postalische Versorgung muss gesichert sein"
Für mehr Kontrolle bei der Umsetzung des Postmarktgesetzes und nötigenfalls härtere Auflagen bei weiteren Postamts-Schließungen macht nun auch der österreichische Gemeindebund Druck, bestätigt dessen Präsident, Hallwangs Bürgermeister Helmut Mödlhammer.

"Es geht nicht nur darum, dass die Post sich verabschieden kann, wenn ein Postpartner da ist, sondern es geht vor allem darum, dass langfristig die postalische Versorgung gesichert ist. Und dieser Punkt ist nicht so klar definiert.

Aber wir arbeiten daran und werden klären, ob dazu das Gesetz geändert werden muss oder ob es reicht, dass wir hier eine Plattform bilden, an der sich die Post beteiligt und hier auch freiwillig diese Maßnahme unterschreibt."
Kampf um bessere Verträge für Postpartner
Der Gemeindebund will so auch bessere Vertragsbedingungen für Postpartner durchsetzen.
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