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MI | 11.04.2012
"Awilda" von Jaume Plensa (Bild: ORF)
KULTUR
Neuntes Salzburg-Foundation-Objekt enthüllt
Die Salzburg Foundation hat Samstagvormittag ihr neuntes Kunstwerk im öffentlichen Raum in der Stadt Salzburg enthüllt. "Awilda" des katalanischen Künstlers Jaume Plensa steht im Hof "Dietrichsruh" der Residenz.
Fünf Meter hoch, aus weißem Marmor
Das Kunstwerk ist ein fünf Meter hoher Kopf aus weißem Marmor mit karibischen Gesichtszügen. Das Werk ist nicht aus einem Block gefertigt, sondern besteht aus 20 Scheiben unterschiedlichen Durchmessers.

Bei der Enthüllung Samstagvormittag gab es Applaus für den weißen Marmor, sanft exotische Züge, geschlossene Augen: Nichts an diesem Frauenkopf könnte missfallen. "Awilda" heißt die Figur, das ist der Name einer germanischen Piratenführerin, die Gesichtszüge allerdings verweisen auf die Karibik.
Festakt im Hof Dietriechsruh (Bild: ORF)
"Versuche, durch meine Stücke Umgebung schöner erscheinen zu lassen."
Ziel: Ensemble verschönern
Diese Frau sei eine Fremde, sagt Jaume Plensa, auf der Suche nach einem besseren Leben: "Was die Leute bewegt, ist die Suche nach einem besseren Leben oder nach dem, was sie für besser halten." Darin sei sie einem Künstler ähnlich, auch er sei auf der Suche, nach Schönheit, ergänzt Plensa.

Dietrichsruh, den zur Sigmund Haffner-Gasse offenen Hof der Residenz, kennen nur wenige Salzburger. Das ist Plensa ganz recht: Er hoffe immer, dass mit seiner Arbeit ein Zeichen setzen zu können, wie einem Bild den letzten Touch zu geben: "Ich versuche immer, durch meine Stücke die Umgebung schöner erscheinen zu lassen - nicht nur visuell, sondern auch konzeptuell."
Neunter Künstler der Salzburg Foundation
Jaume Plensa ist in Salzburg kein Unbekannter. Vor elf Jahren hat er bei den Festspielen die Ausstattung für die Berlioz-Oper "Fausts Verdammnis" gestaltet.

Er ist nun der neunte Künstler seit 2002, den die Salzburger Foundation für ein Kunstptrojekt verpflichtet hat. Neun ist meine Glückszahl, scherzt Plensa. Bei Fußball ist es der Neuner, der die Tore schießt.
Drei österreichische Künstler sollen Vorschläge bringen.
Abschluss im kommenden Jahr
Walter Smerling als künstlerischer Leiter der Salzburg Foundation will das Projekt im nächsten Jahr mit Arbeiten von drei österreichischen Künstlern beenden: "Diese drei Künstler, die wir einladen, Vorschläge zu machen, sind Brigitte Kowanz, Erwin Wurm und Manfred Wakolbinger."

Dann muss gemeinsam mit der Stadt Salzburg entschieden werden, was mit den Skulpturen passiert. Tourismusfachleute verweisen immer wieder darauf, dass die Kunstaktion international mehr Anerkennung finde als in Salzburg selbst, dass in dieser Stadt also der Wert dieser Skulpturen oftmals zu gering geschätzt werde.
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