Borkenkäferplage lange nicht gebannt Die eher kühle zweite Hälfte des Sommers lindert die Borkenkäferplage ein wenig. Der Feind ist in Salzburger Bergwäldern aber noch immer nicht besiegt. Im Pinzgau sterben in intakten Wäldern weiterhin mehr Bäume ab.
Sterbende Bäume sehe oben noch gesund aus Dieses Holz sollte noch vor dem Winter geschlägert werden. Die Bezirkshauptmannschaft hat ihre Experten in Marsch gesetzt, die dem ungeliebten Käfer stärker auf die Spur kommen sollen.
Bis auf eine Kahlschlagfläche durch Windwurf scheint der Wald auf dem Biberg-Nordosthang bei Saalfelden (Pinzgau) gesund zu sein. Die Problemzonen mit den Borkenkäfern sind unter grünen Baumkronen kaum zu erkennen - auch vom Hubschrauber aus nicht.
Krone erst ganz zum Schluss braun Hier müssen die Forstexperten schon mitten im Wald nach dem Borkenkäfer fahnden - etwa nach abblätternden Rinden, sagt der Pinzgauer Bezirksforstinspektor Wolfgang Fizek: "Man rennt dem Käfer immer hinterher. Die Krone ist zuerst grün, dann fällt die Rinde unten herunter. Dann wird die Krone braun, und der Baum stirbt ab."
Oben grüne Kronen - und unten ein vom Borkenkäfer zerfressener Stamm; das sind eindeutige Zeichen für die zunehmende Landplage.
Waldbesitzer müssen Schaden ausholzen Nur Fachleute erkennen jeweils das Einflugloch des Käfers, durch das er sich Zugang in den Stamm verschafft, so Fizek: "Es ist eine intensive Aufgabe, die sehr viel Zeit braucht. Man kann das nur an Ort und Stelle ermitteln. Wir haben mehr als 20 Stellen allein in diesem Waldbereich entdeckt."
Wenige Kilometer entfernt findet sich eine weitere Stelle mit Befall. Die insgesamt sieben Pinzgauer "Forstdetektive" haben nun alle Hände voll zu tun, um die Waldbesitzer zu verständigen: "Wir kontaktieren sie persönlich und schriftlich. Dazu kommt die Aufforderung entsprechend zu handeln. Die befallenen Hölzer müssen entfernt werden."
Dem Warmwetter im Frühjahr zuvorkommen Im Frühjahr wäre es zu spät, denn beim ersten Warmwetter fliegen die Käfer aus und befallen die gesunden Bäume der Umgebung. Die Schadholzstapel im Pinzgau sind ohnehin schon hoch genug.
salzburg.ORF.at; 23.04.10
Die Bundesforste bekommen den durch Windwürfe schwer geschädigten Bergwald auf dem Gaisberg über der Stadt Salzburg wieder in Griff. 2009 mussten sieben Hektar Fichtenwald wegen der vielen Borkenkäfer gefällt werden.