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MO | 13.02.2012
Beichtstuhl (Bild: ORF.at/Michael Baldauf)
RELIGION
5.200 Kirchenaustritte in einem Halbjahr
Der Missbrauchsskandal kostet die katholische Kirche Salzburgs viele Mitglieder: Allein im ersten Halbjahr 2010 sind 5.217 aus der Kirche ausgetreten, im gesamten Jahr 2009 waren es 4.400 Austritte.
Seitdem haben sich die Wogen etwas geglättet.
Erzabt-Rücktritt St. Peter der Anlass
Einer der Anlässe für die Austrittswelle ist das Eigenständnis des ehemaligen Erzabts von St. Peter, Bruno Becker, in den 1960er Jahren einen Buben sexuell missbraucht zu haben. Der Geistliche trat zurück, der Skandal beherrschte tagelang die Schlagzeilen.

Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen und die Wogen haben sich etwas geglättet - sowohl innerhalb der Kirche, als auch außerhalb, sagt Josef Lidicky, Finanzchef der Erzdiözese: "Freilich bin ich wirklich froh, dass sich die Situation beruhigt hat, dass es auch andere Themen gibt in der Kirche, die eigentlich wichtiger sind, die ich positiv sehe. Das Leben der Menschen in den Pfarren erlebe ich doch in einer stark positiven Weise, dass Kirche auch anderes gesehen, verstanden und gelebt wird."
Rasanter Anstieg bei Austritten
Dennoch haben im ersten Halbjahr 5.217 Katholiken in der Erzdiözese Salzburg der Kirche den Rücken gekehrt. Im gesamten Vorjahr waren es rund 4.400.

Bei der eigens eingerichteten Ombudsstelle für Missbrauchsopfer haben sich bisher 21 Menschen gemeldet, die von Kirchenmännern missbraucht worden sein sollen. Die Fälle werden noch immer untersucht.
Kirche versucht, Ausgetretene noch zum umzustimmen.
"Im nächsten Jahr fehlen uns 600.000 Euro"
Neben dem Imageschaden muss die Kirche durch die Austrittswelle auch finanzielle Einbußen hinnehmen, sagt Lidicky: "Die wirtschaftliche Lage der Diözese könnte sich auf diese Weise doch verschärfen. Wenn ich vom Durchschnitt eines Kirchenbeitragsaufkommens in Salzburg ausgehe, dann würden uns so gesehen im nächsten Jahr etwa 600.000 Euro fehlen."

Die Erzdiözese Salzburg versucht, einige der Ausgetretenen noch umzustimmen. Jeder von ihnen bekommt einen Brief und wird gebeten, sein Entscheidung noch einmal zu überdenken.
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