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SOZIALES |
05.09.2010 |
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Prepayment-Zähler: Erst zahlen, dann Strom
Menschen mit geringem Einkommen hätten kaum Chancen, ihre Schulden abzubauen oder gar einen Sicherheitspolster anzusparen. Das kritisiert Max Luger, der sich seit Jahren im Salzburger Stadtteil Mülln für Arme stark macht.
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Anhäufung von Schulden wird verhindert
Selbst Alltägliches wie das Bezahlen der Stromrechnung sei für viele Menschen ein Problem. Sogenannte Prepayment-Zähler sorgen zwar dafür, dass die Stromkunden zumindest keine Schulden anhäufen, aber es wird auch nur dann Strom geliefert, wenn vorher Geld geflossen ist, berichtet Max Luger, der sich mit seinem Projekt "Umverteilung" schon seit Jahren im Stadtteil Mülln für arme Menschen engagiert.
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Besonders schlecht ausgestattete Wohnungen betroffen. |
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Stromkosten von fast 200 Euro im Monat
Max Luger hat bei seiner Arbeit mit Menschen, die an der Armutsgrenze leben, die Erfahrung gemacht, dass in vermeintlich günstigen Mietwohnungen oft der Stromverbrauch extrem hoch ist, weil die Ausstattung der Wohnung so schlecht ist. In diesem Fall gebe es jedoch keine zusätzliche finanzielle Unterstützung, kritisiert Luger.
"Das Sozialamt bezahlt zwar die Miete, nicht jedoch den Strom. Und in solchen Wohnungen liegen die Stromkosten oft zwischen 170 und 190 Euro monatlich. Wenn die Leute dann aber nur 460 Euro pro Monat erhalten, dann müssten sie von 200 Euro im Monat leben, was aber kaum möglich ist.
So können sie dann oft den Strom nicht bezahlen. Dann wird verhandelt über einen Prepayment-Zähler. Wenn die Leute dann aber das Geld nicht haben, können sie zum Teil nicht einmal mehr kochen."
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165 Prepayment-Zähler im Bundesland
165 derartige Prepayment-Zähler gibt es zur Zeit im gesamten Bundesland Salzburg. Die Kunden können Kleinstbeträge einzahlen und erhalten dann einen Zahlencode, mit dem der Strom eingeschaltet wird. Geliefert wird aber nur der Strom, der auch bezahlt ist.
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Salzburg AG: "Schalten abends nicht ab"
Gerlinde Hagler ist bei der Salzburg AG für die Kunden mit Prepayment-Zählern zuständig. In diesen Fällen werde grundsätzlich abends oder an den Wochenenden der Strom nicht abgeschaltet, auch wenn das Guthaben aufgebraucht ist.
Abgeschaltet werde nur während der Öffnungszeiten der Banken.
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"Sozial Schwache sollen nicht zusätzlich belastet werden". |
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"Nehmen soziale Verantwortung wahr"
Außerdem müssten die Kunden - anders als in anderen Bundesländern - keine zusätzliche Gebühr für diesen Spezialzähler bezahlen, betont Gerlinde Hagler.
"Diese Kunden zahlen genau den selben Preis wie jeder andere Kunde auch. Wir wollen hier auch als Energieversorger unsere soziale Verantwortung wahrnehmen. Daher ist es uns wichtig, dass einkommensschwache Familien hier nicht noch zusätzlich belastet werden."
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Zusätzliche Hilfe vom Staat gefordert
Durch eine kostenlose Energieberatung könne man zudem feststellen, ob ein Gerät besonders viel Strom verbraucht. Bei schlecht isolierten Wohnungen könne man aber nicht helfen, ergänzt Hagler.
Max Luger vom Müllner Sozialprojekt "Umverteilung" fordert für solche Härtefälle zusätzliche Hilfe vom Staat.
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