Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Roco-Modelllok auf Schienen (Bild: ORF)
ROCO-PATENTE
Jahrelanger Rechtsstreit befürchtet
Während Hausbank und Masseverwalter über eine Auffanggesellschaft für den insolventen Modelleisenbahnbauer Roco verhandeln, fürchten Arbeiterkammer und Betriebsrat einen jahrelangen Rechtsstreit um die Marken- und Patentrechte.
"Appellieren an Vernunft"
Für Roco-Betriebsrat Karl Schernthaner und Arbeiterkammerpräsident Siegfried Pichler ist die Lagen nach den geplatzten Verhandlungen zwischen Roco-Eigentümer Peter Maegdefrau und Raiffeisen niederschmetternd.

"Wir haben zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Gespräche gescheitert sind und gleichzeitig ein chinesischer Investor im Hause herumgeht und schaut, welches Familiensilber er vielleicht noch mitnehmen kann", sagt Pichler, "Wir appellieren an den Herren Maegdefrau, doch noch Vernunft anzunehmen und sich nicht auf diesen Poker einzulassen."
"Poker" auch für Maegdefrau "riskant"
Der "Poker" sei auch für Maegdefrau "riskant", ergänzt der AK-Präsident, "weil natürlich im Insolvenzverfahren nicht feststeht, wie seine Patent- und Markenrechte überhaupt abgesichert sind. Außerdem geht er ausschließlich zu Lasten der Beschäftigten."

Ein Streit um die Marken- und Patentrechte könnte die Arbeit von Roco jahrelang belasten, rechnen Schernthaner und Pichler.
Neue Arbeitsplätze verzweifelt gesucht
Bis auf einige hochspezialisierte Bereiche dürfte in Hallein-Rif die Produktion eingestellt werden, rechnen Pichler und Schernthaner. Für rund 150 angelernte Kräfte, viele davon Frauen und integrierte Ex-Jugoslawen, dürfte es kaum Beschäftigungsmöglichkeit in der Region geben.

"Ich ersuche die Personalchefs der Firmen in der Region, die Personal brauchen, mit dem AMS oder mit uns in Verbindung zu treten, um so möglichst rasch den Arbeitern wieder einen Job zu geben", betont Betriebsrat Schernthaner, "Und ihnen das Selbstwertgefühl und vielleicht auch ein bisschen Mut zum Weiterleben geben."
Nur wenige haben gute Chancen
Auf dem Tennengauer Arbeitrsmarkt dürften die Roco-Facharbeiter die besten Chancen haben, rechnen Pichler und Schernthaner -  aber das sind nur rund 30.
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