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BERGSPORT |
25.08.2010 |
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Klettern: Neuer Boulder-Park für Kräftige
Im Oberpinzgau gibt es eine neue Attraktion für Kletterer. Bei Uttendorf wurden große Felsbrocken in den Park gestellt, an denen "Bouldern" trainiert werden kann. Der nicht mehr ganz junge Bergsport erlebt einen neuen Boom.
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Historische Wurzeln:
Bereits um 1900 bestiegen in Frankreich bei den Felsen um Fontainebleau die so genannten „Bleausards“ die dort im Wald liegenden Sandsteinfelsen.
Der Bouldersport wurde durch John Gill (USA) und Wolfgang Fietz (Deutschland) maßgeblich geprägt. Gill entwickelte bereits in den 1950er und 1960er Jahren neue Klettertechniken und setzte dabei Elemente aus dem Geräteturnen ein. |
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Was sind "Moves"? Was tun "Spotter"?
"Bouldern" kommt von "Boulder" = Felsbrocken. Es kam ursprünglich schon in den 1970er-Jahren aus den Klettergebieten Kaliforniens nach Europa, war dann längere Zeit fast vergessen. In den letzten Jahren entdecken ihn besonders jüngere Kletterer immer mehr.
Die Akteure machen coole "Moves" und bewältigen damit so manche "Crux". "Spotter" passen auf, dass sie weich landen, wenn sie einmal fallen. Das sind Fachbegriffe beim "Bouldern".
Es handelt sich um seilfreies Klettern auf echten Felsbrocken oder künstlichen Wänden - und zwar in einer Höhe, aus der noch relativ gefahrlos und kontrolliert abgesprungen werden kann - wenn man eine Route nicht schafft. Bouldern wird in Kletterhallen oder im Freien betrieben.
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US-Kletterpionier Gill verwarf die Drei-Punkt-Regel, nach von vier Haltepunkten stets drei mit dem Fels in Kontakt sein sollen. Er predigte einen dynamischen Bewegungsstil.
So konnte er den Schwung der letzten Bewegung für den nächsten Zug nutzen, so dass eine fließende Gesamtbewegung (sogenannter „flow“) entstehen kann. |
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Teils äußerst hohe Schwierigkeiten
Zehn große Granitblöcke aus dem Obersulzbachtal stehen seit kurzem gleich neben dem Badesee in Uttendorf und bieten Roland und Maria alle Schwierigkeiten, die junge Kletterer so brauchen:
"Es gibt plattenartige Strukturen, wo kaum Griffe drin sind. Das ist sehr schwer. Man weiß nicht, wo man hinsteigen soll, wie man den Block angreifen soll, um höher zu kommen. Die überhängenden Routen haben meistens gute Kanten, wo man sich hinaufziehen kann. Für mich sind Platten viel technischer und schwieriger."
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 Uttendorfer Boulder-Park beim Badesee.
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Eine junge Pinzgauerin in Uttendorf betont, ihr seien Überhänge nicht ganz geheuer und eine besondere Herausforderung: "Weil man da so viel Kraft braucht." |
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Spezielle Matten für Abstürze
Marcel wiederum klettert gerne wenige Zentimeter vom Boden entfernt rund um einen Granitblock herum. Ohne abspringen zu müssen, versteht sich: "Man ist 20 bis 50 Zentimeter über dem Boden und umrundet den riesigen Stein."
Zum Bouldern benötigt man eigentlich nur Kletterschuhe, etwas Magnesium für trockene Hände und genügend Reibung.
Ganz wichtig ist auch eine Boulder-Matte; eine Art Matratze, falls man vom Felsbrocken hart abspringen muss: "Die dämpft einen Fall voll super ab, ist wasserabweisend, mit relativ dickem Schaumstoff. Die legt man unter die jeweilige Kletterstelle beim Stein und kann darauf im Notfall abspringen - bis zu vier Meter ungefähr."
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 Boulder-Matten links.
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Helfer gegen unkontrollierte Abstürze
Auch die Freunde können den Fall eines Kletterers abfedern. Sie fungieren dabei als so genannte "Spotter", sagt ein Uttendorfer Boulderer:
"Die stehen hinter dir, wenn du einen hohen Boulder kletterst. Die Spotter blocken dich ab, wenn du unkontrolliert abstürzt. Sie schauen darauf, dass du auf die Schaumstoffmatte aufkommst und nicht daneben."
So etwas kann passieren, wenn man eine "Crux" - also eine sehr schwierige Stelle - nicht schafft. Oder wenn einen während eines "Moves" - eines Zuges - die Kraft in den Händen verlässt.
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Oft an Problemen über Wochen zu arbeiten
Dann versucht man es halt immer wieder und wieder, bis man die zwei überhängenden, fast grifflosen Meter auf die Spitze des Felsens bewältigt hat, sagen Florian und Bernhard:
"Bouldern ist sehr interessant für Körper und Geist. Am Anfang erscheinen einem viele Dinge absolut unmöglich, die mit der Zeit möglich werden. Der Kopf wird immer besser auf die Bewegungen eingestellt, auch die Kraft und Ausdauer nehmen über Tage und Wochen immer mehr zu. Und irgendwann löst man das Kletterproblem erfolgreich."
Wolfgang Bauer, ORF Salzburg
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