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DI | 14.02.2012
Festspielmasken (Bild: APA/Barbara Gindl)
KULTUR
Festspiele an alten Spielorten nicht möglich
Die ganze Stadt zur Bühne machen, an den ursprünglichen Orten spielen, so wie 1920 - das war die Idee von Thomas Oberender, dem aktuellen Schauspielchef der Salzburger Festspiele. Weit gekommen ist er mit diesem Plan aber nicht.
"Wo ist der VIP-Bereich für Sponsoren?"
Sobald er die gewohnten Spielorte der Festspiele verlassen wollte, habe er immer wieder drei Fragen gehört, sagt Thomas Oberender: "Wo ist der VIP-Bereich für die Sponsoren? Was passiert bei Regen? Und wer soll das bezahlen?"

Regensichere Varianten gibt es mittlerweile natürlich für den Domplatz. Auch das Stück "Sommernachtstraum", das der Schauspielchef gern - wie einst Max Reinhardt - im Garten von Schloss Leopoldskron spielen lassen wollte, wurde vom Regen vertrieben und hatte in einem Gewächshaus Premiere.
"Das kann ich nicht erwirtschaften an der Abendkasse."
Oberender: Wille für Änderungen nicht da
Weitere Pläne für außerordentliche Spielorte scheitern allerdings am Widerstand der Politik, weil sich diese Orte nicht kostendeckend bespielen lassen.

"Das kann ich nicht erwirtschaften an der Abendkasse. Das kann ich auch nur dann machen, wenn ich es als etwas begreife, das von der Öffentlichkeit und von der Stadt kommuniziert wird. Da gehört eine andere Art von Willen dazu und den gibt es nicht - das kann man ganz deutlich sagen", so Oberender.
Nur mit Politik und Festspieldirektion möglich
Nur einmal hat der Schauspielchef den Versuch trotz allem gewagt: "Es ist letztlich etwas womit ich angetreten bin als ich hierher kam und dachte: wir müssen wieder raus, ich möchte diese Orte wieder für die Festspiele erschließen."

"Das Quartett" wurde 2007 nur einen Sommer lang in der Residenz gespielt. Doch die Kosten seien zu hoch gewesen, bedauert Thomas Oberender.

Von der Idee, die ursprünglichen Spielorte der Festspiele wieder zu bespielen, habe er Abstand genommen. Diese Pläne seien nur dann durchzusetzen, wenn die Festspieldirektion und auch die Politik das wollen. Wenn man wolle, dass es das Gesicht der Festspiele wieder präge, dass diese Orte bespielt werden, dass wieder die ganze Stadt eine Bühne sei.
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