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MO | 13.02.2012
Szene aus "Dionysos" (Bild: Ruth Walz)
FESTSPIELE
Viel Begeisterung für Opern-Uraufführung
Viel Begeisterung für Neue Musik: Im Haus für Mozart wurde Dienstagabend die Uraufführung der Oper "Dionysos" von Wolfgang Rihm mit lang anhaltendem Beifall gefeiert.
Von Eva Halus, ORF Salzburg Kultur.
Hoher Promi-Künstler-Faktor
Rihm, einer der bekanntesten deutschen Komponisten, schrieb die Oper für die Salzburger Festspiele, vom deutschen Maler Jonathan Meese stammt das Bühnenbild: Der hohe Promi-Faktor dürfte nicht unerheblich sein für den Erfolg.

Doch auch das Werk selbst kann gefallen und es kann - was in der Neuen Musik selten ist - zum Lachen reizen.
Rihm nimmt sein Werk leicht
Jodeln in einer Oper von heute? Das hat das Publikum am Dienstag zum Lachen gebracht und es war wohl im Sinn von Wolfgang Rihm: Denn er möchte, dass man sein Werk leicht nimmt. Das liegt nicht nahe - schließlich geht es um Episoden aus dem Leben von Friedrich Nietzsche. Er sah sich selbst auch als Dionysos, weshalb Szenen aus dem Leben des deutschen Philosphen mit Geschichten der griechischen Mythologie verwoben sind.

Zu hören gibt es effektvolle Musik, die sich nicht bemüht, möglich neumodisch zu klingen, sondern die Stimmungen gut einfängt. Man merkt: Wolfgang Rihm schöpft aus dem vollen und findet in der Musikgeschichte, was sich nutzen lässt - zum Beispiel einen Walzer.
Szene aus "Dionysos" (Bild: Ruth Walz)
Meese arbeitet für die Augen
Für die Augen hat vor allem Jonathan Meese gearbeitet: Er hat Bilder für Vorhänge gemalt, wie verschiedene Facetten der Persönlichkeit werden sie übereinandergeblendet, und auch die verschiedenen Räume gestaltet mit teils witzigen Objekten, das gibt den Szenen ein ganz eigenes Flair. Regisseur Pierre Audi bewegt die Figuren darin wie in einer üppigen Installation.

Die prägende Sängerin dieser Aufführung ist Mojca Erdmann: Für sie und ihren hohen Sopran hat Wolfgang Rihm schon einige Male komponiert. Johannes Martin Kränzle in der Titelpartie und Matthias Klink als männlicher Gegenspieler, der Wiener Staatsopernchor und vor allem natürlich Ingo Metzmacher am Pult des deutschen Symphonie Orchesters Berlin - sie alle sind in hohem Maß mit dieser Musik vertraut und wurden auch ausgiebig gefeiert.
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