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MI | 11.04.2012
Kriminaltechniker bei der Arbeit (Bild: ORF)
CHRONIK
"Männliche" und "weibliche" Verbrechen
Bei Verbrechen gibt es deutliche Geschlechterunterschiede, doch die Frauen werden dabei immer brutaler. Zu diesem Ergebnis kommt ein Salzbuger Kriminalpsychologe.
Kriminell unterschiedlich veranlagt
Eine 14-Jährige Wienerin, die ihre Mutter ersticht; eine unbekannte Frau, die in Kuchl versucht, eine Bank zu überfallen. Mehrmals haben diese Woche Frauen Verbrechen verübt, die sonst fast immer eine traurige Domäne der Männer sind.

Frauen und Männer unterscheiden sich nach wie vor deutlich, wenn es um die Art ihrer Verbrechen geht. Sie sind sozusagen kriminell unterschiedlich veranlagt.
Männer und Frauen unterschiedlich kriminell
Frauen "holen bei Kriminalität auf"
Frauen, die eine Messerattacke verüben oder einen bewaffneten Überfall begehen - das gilt eher als ungewöhnlich. Begehen Frauen und Männer unterschiedliche Verbrechen? "Ja, aber", sagt der Salzburger Kriminalpsychologe Walter Hauptmann.

"In den vergangenen Jahrzehnten war zu beobachten, dass die Frauen leider immer stärker an die Männer anschließen. Man denke nur an Nikotin- oder Alkoholmissbrauch. Und das gilt leider auch für das Thema Gewalt.

Aber es gibt immer noch deutliche Unterschiede zwischen der Kriminalität von Männern und jener von Frauen."
Männer leichter zu reizen
"Mann greift zur Waffe, Frau begeht Giftmord"
Männer sind wegen des höheren Testosteronspiegels generell leichter zu reizen als Frauen, diese bleiben viel länger besonnen. Ein Mann benutzt viel leichter rohe Gewalt, Frauen agieren hingegen gerne mit List, erläutert Kriminalpsychologe Hauptmann.

"Man kann heute noch immer sagen, dass bei vorhandener Aggressivität im schlimmsten Fall ein Mann eher zur Pistole oder zur Hacke greift, während eine Frau eher beispielsweise einen Giftmord begeht."
"Frauen mit milderen Strafen beeindruckbar"
Immer wieder sei zu beobachten, dass Frauen vor Gericht mildere Strafen bekommen. Das habe aber nichts mit Mitleid zu tun, sagt Hauptmann.

"Dahinter könnte auch die Erfahrung stecken, dass Frauen auch mit kleineren Sanktionen genau so beeindruckt werden können wie Männer mit härteren.

Man denke hier an das Jugendstrafrecht, wo jugendliche Straftäter im Regelfall die Hälfte des Strafausmaßes Erwachsener bekommen, weil man eben weiß, dass sie leichter beeindruckbar sind als Erwachsene."
Gros der Straftaten wird von Männern verübt
International gesehen begehen Frauen zwischen zehn und 25 Prozent aller Straftaten. Das Gros der Straftaten geht also noch immer auf das Konto von Männern.
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