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DI | 14.02.2012
Franz Eßl (Bild: ORF)
Eßl
LANDWIRTSCHAFT
Wahlschlappe: Keine Reform beim Bauernbund
Montagabend hat der ÖVP-Bauernbund in Salzburg über die Schlappe bei der Landwirtschaftskammerwahl beraten. Ergebnis: Es bleibt alles, wie es ist. Kammerpräsident Franz Eßl will andere Fraktionen einbinden.
Noch immer 68 Prozent
Dem alten und neuen Landwirtschaftskammerpräsidenten Franz Eßl wurde von seinen Parteifreunden einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Der ÖVP-Bauernbund hatte zehn Prozentpunkte eingebüßt, liegt aber immer noch bei einer satten Mehrheit von 68 Prozent.

Eßl sagt, man habe sehr wohl die Ursachen über den Ausgang der Wahl diskutiert: "Es gibt dort und da unzufriedene Bäuerinnen und Bauern. Wir haben in der Vergangenheit versucht, das bestmöglich zu lösen. Wunder wirken kann auch der Bauernbund nicht."
Spitzenkandidaten Michael Leitner und Georg Eßl. Bild: Unabhängiger Bauernverband Salzburg
Siegreiche Landwirte vom Unabhängigen Bauernverband Salzburg mit nunmehr sechs Mandaten in der Kammer
"Unerfüllbare Erwartungen geweckt"
Obwohl es gelungen sei, in der Vergangenheit "sehr sehr viel" für die Bäuerinnen und Bauern zu erreichen, sagt Eßl: "Es sind von unseren politischen Mitbewerbern Erwartungen geweckt worden, die nicht erfüllbar sind. Der Bauernbund macht Politik, die den Bauern die Wahrheit sagt und nicht Sand in die Augen streut."

Eßl ergänzt, das sei für viele zwar nicht angenehm, aber es sei die ehrlichere Art, Politik zu machen: "Wir werden das in Zukunft so weitermachen."
Unabhängige Bauern wehren sich
Georg Eßl vom Unabhängigen Bauernverband reagiert verärgert auf diese Äußerungen: "Wir haben den Bauern nie Versprechungen gemacht, sondern nur unsere Lösungsvorschläge präsentiert und gesagt: Wir werden das nur gemeinsam mit allen Landwirtschaftsvertretern lösen."

Allerdings höre sich der Bauernbund "diese Lösungen gar nicht an", ergänzt Eßl, "Das ist einfach befremdend. Wir da nie jemandem Sand in die Augen gestreut. Wir haben Lösungsvorschläge - und der Bauernbund wird sich da auch bewegen müssen. Denn Strukturwandel ist für uns einfach keine Lösung - wenn man sagt: Weg mit den Bauern, nur ein paar sollen überbleiben."
Appell an alle Fraktionen
Der Landwirtschaftskammerpräsident will alle Fraktionen verstärkt einbinden und in die Pflicht nehmen:

"Es sind alle aufgefordert, hier für die Bäuerinnen und Bauern sich einzusetzen. Sie sind herzlich dazu eingeladen - zu tatkräftiger Mitarbeit. Es war ja bisher schon üblich, dass ich alle Fraktionen, die kein Stimmrecht hatten, auch in den Vorstand kooptiert habe. Diese Zusammenarbeit wird es auch in Zukunft geben."
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