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SO | 12.02.2012
Betreuung am Pflegebett
SOZIALES
Leistbare Pflegeangebote für zu Hause nötig
Bei der Pflege alter Menschen zu Hause müsste es mehr leistbare Angebote zur Entlastung der Angehörigen geben. Darin waren sich Experten bei einer Podiumsdiskussion in Salzburg einig.
Minister will "Sachleistung forcieren"
420.000 Österreicher beziehen Pflegegeld. Diese Zahl steigt ständig - im letzten Jahr um vier Prozent. Die ausverhandelte Lösung für die 24-Stunden-Pflege zu Hause spielt nur eine marginale Rolle, nur etwa jeder achtzigste Pflegebedürftige nimmt sie in Anspruch.

Um Pflege leistbarer zu machen, wird über die Einführung einer Pflegeversicherung diskutiert. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) kann sich für Geldzuwendungen dazu nicht erwärmen: "Ich persönlich will die Sachleistung forcieren, weil wir auch wissen, dass ein nicht gerade kleiner Prozentsatz des Pflegegeldes nicht bei der Pflege landet. Dass ist jetzt kein Angriff gegen die Betroffenen. Aber dass man über Umwege die Enkelkinder auszahlt, ist nicht der Sinn und Zweck des Pflegegeldes."
Forderung nach "Ausbau der leistbaren ambulanten Dienste".
Mehr Unterstützung für Pflege zu Hause
Pflege erfolgt heute großteils in Heimen. Diese seien aber oft schlecht dafür ausgerüstet, kritisiert die Tiroler Palliativexpertin Angelika Feichtner, Pflegedienstleiterin des Sozialen Kompetenzzentrums in Rum.

Die professionelle Pflege sollte viel häufiger zu Hause stattfinden, sagt Feichtner: "Wir brauchen dringend einen Ausbau der leistbaren ambulanten Dienste. Wir brauchen Entlastungsdienste für pflegende Angehörige, Pflegenotrufe. Wir brauchen Kurzzeit-Pflegeeinrichtungen, Kurzzeit-Pflegeangebote auch für zu Hause."
Skandinavien Vorbild
Die nordeuropäischen Staaten sind beim Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten für alte Menschen zu Hause weit voran.

"Wir sind jetzt bei 13,4 Prozent in Norwegen, bei 14 Prozent in Schweden von 80-Jährigen, die in stationären Einrichtungen versorgt werden", sagt der Gesundheitsexperte Uwe Preusker, der seit zwölf Jahren in Finnland lebt, "Und wir wollen auf das Ziel zehn Prozent kommen."
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