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MO | 13.02.2012
Kuh (Bild: APA)
LANDWIRTSCHAFT
Bauern wollen sich gegen Vorschriften wehren
Die heimsichen Bauern rebellieren gegen ständig neue Vorschriften in der Tierhaltung. Im laufenden Wahlkampf für die Kammerwahl hofft eine überparteiliche "Bündnisgruppe" auf Unterstützung bei den Agrarfunktionären.
Erlaubnis für Anbinden im Stall
In den Ställen auf Salzburger Bauernhöfen sind 70 Prozent der Rinder angebunden und trotzdem gehe es den Tieren sehr gut, ist sich Palfnerbauer Hans Wölfler sicher.

Immerhin verbringen die meisten Salzburger Rinder bis zu einem halben Jahr in völliger Freiheit auf der Weide oder auf der Alm. Da dürfen sie dann im Winter schon zeitweise im Stall angebunden sein, meint Wölfler. Er fordert deshalb, dass es dafür endlich eine EU-weite Erlaubnis gibt.
Jungtiere müssen ab der ersten Lebenswoche ins Freie.
"Richtlinien sind nicht mehr praktikabel"
"Die viehhaltenden Bauern werden nicht wegen der niedrigen Produktionspreise mürb, sondern auch wegen der immer mehr ausufernden Ausnahmeregelungen und Produktionsbedingungen, die man ihnen aufbürdet. Was sie jetzt so ärgert, die Bauern, ist, dass es Richtlinien in der gesamten Rinderhaltung gibt, die einfach nicht mehr praktikabel sind", sagt der Landwirt.

Zurzeit geht es um eine neue Kälberrichtlinie, die Jungtiere ab der ersten Lebenswoche ins Freie zwingt. Das sei im Winter bei Minusgraden oft unmöglich, so Wölfler.
Ständige Stallumbauten nicht umsetzbar
Auch die ständig neuen, erforderlichen Stallumbauten ärgern viele. "Wir lassen uns nicht mehr zum Narren halten. Es gibt einige Bauern, die haben jetzt vor Kurzem teure Ställe gebaut und die klagen, dass ihre Ställe jetzt schon nicht mehr den Richtlinien entsprechen, weil es schon wieder einige neue gibt", erklärt Wölfler.

So dürfen ab Ende dieses Jahres Schweine für den Eigenbedarf nur noch dann gehalten werden, wenn sie von ihrer Box aus einen Auslauf ins Freie haben.
Kammer: Erfolge im Kampf gegen Bürokratie
Im Kampf gegen die Agrarbürokratie und ständig neue Vorschriften gebe es sehr wohl Erfolge, betont dagegen Landwirtschaftskammerpräsident Franz Eßl. So sei es zum Beispiel gelungen, die Toleranz von Zehn-Prozent-Abweichungen bei den Mindestmaßen der Stallboxen und Fristverlängerung für die Anbindehaltung zu erreichen.
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