Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Photovoltaik (Bild: dpa/Patrick Pleul)
WIRTSCHAFT
Salzburg AG fördert Solarstrom massiv
Die Salzburg AG setzt verstärkt auf die Erzeugung von Alternativenergie und unterstützt auch finanziell die Erforschung neuer Solartechnik an der Salzburger Universität, wo Sulfosalze das teurere Silizium ersetzen sollen.
Kritik an Österreichs Förderpolitik
Das Christian-Doppler-Labor an der Paris-Lodron-Universität macht Pionierarbeit auf dem Gebiet der Stromerzeugung mit Hilfe von Solarzellen aus Sulfosalzen.

Die Salzburg AG hat sich inzwischen zum größten Solarstromproduzenten in Österreich gemausert. Zurzeit entstehen in Norditalien zwischen Verona und Padua auf Hallendächern Photovoltaik-Anlagen in der Größe von vier Fußballfeldern und mit Gesamtleistung von knapp fünf Megawatt.

1.600 Haushalte werden auf diese Weise in Italien mit Solarenergie versorgt.
In Italien und Deutschland groß investiert
Die Salzburg AG investiert in die neuen Sonnnenstrom-Anlagen 20 Millionen Euro, erläutert Vorstandssprecher Arno Gasteiger: "Es ist eine Frage der Förderungen. Eine gute Förderung ist derzeit in Österreich nicht gegeben. Die Politik setzt verstärkt auf Biomasse, und aus diesem Grund werden wir in Österreich in naher Zukunft keine größeren Photovoltaik-Projekte angehen."

Und in Deutschland - wo es sehr gute Förderungen gibt - betreibt das Unternehmen weitere acht Photovoltaik-Anlagen.
Sulfosalze billiger als Silizium
Auch in Grundlagenforschung wird investiert. Dem Christian-Doppler-Labor an der Salzburger Uni stellt die Salzburg AG für fünf Jahre nun 650.000 Euro zur Verfügung.

Laborleiter Professor Herbert Dittrich versucht mit Hilfe von Sulfosalzen anstelle des üblichen Siliziums neue Photovoltaik-Module zu entwickeln. Prototypen gibt es bereits.
Weiter bis zu industrieller Reife
Bis zur industriellen Fertigung sei es aber noch ein weiter Weg, sagt Professor Dittrich:

"Wir stehen ganz am Anfang. Wenn sie aber genau so gut funktionieren wie die Konkurrenzmaterialien, dann sind wir billiger. Wenn man beschleunigen will, dann muss unbedingt mit mehr Manpower gearbeitet werden. Die Wissenschaftsszene sollte die Sulfosalze endlich wahrnehmen und auf den Zug aufspringen."

Theoretisch möglich sei bei den deutlich billigeren Sulfosalzen ein Wirkungsgrad von rund 30 Prozent. Bis es so weit ist, dürften aber noch Jahre vergehen.
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