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GESELLSCHAFT |
30.11.2009 |
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Viele Schüler leiden an psychischen Problemen
Schulpsychologen schlagen Alarm: Jeder siebte Schüler in Salzburg ist verhaltensauffällig oder gar psychisch gestört. Die häufigsten Probleme sind Konzentrationsstörungen, Aggression, Mobbing oder Selbstverletzung bei Schülern bis 16 Jahre.
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Verhaltensgestörte Kinder in jeder Klasse
Viele Krisensitzung gibt es zurzeit an Salzburgs Schulen, sagt Ewald Moser, Leitender Schulpsychologe im Landesschulrat. Er versteht die Klagen der Lehrer, die immer weniger mit den Problemsschülern zurechtkommen.
"Das ist sehr dramatisch. Wir haben ganz viele Schüler, das weiß die Öffentlichkeit nicht, die verhaltensauffällig sind und dringend Betreuung brauchen - innerschulische und außerschulische Betreuung. Und, das macht die Sache noch schwieriger, wir haben in jeder Klasse durchschnittlich einen Schüler, der in seinem Verhalten gestört beziehungsweise behindert ist und dringend eine Therapie braucht", erklärt Moser.
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"Es ist Geldnot und ganz große psycho-soziale Not." |
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"Lebensumwelt dramatisch verändert"
Wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist, erklärt Moser folgendermaßen: "Grundsätzlich ist passiert, dass sich die Lebensumwelt von Kindern und Jugendlichen dramatisch verändert hat. Die Arbeitswelt der Eltern ist brutaler geworden, es fallen 30 bis 40 Prozent aller Eltern aus dem Arbeitsprozess heraus."
"Es ist Geldnot und ganz große psycho-soziale Not gegeben und in diesem Umfeld wachsen Kinder auf. Auf der anderen Seite gibt es ganz viele Leute, die reich sind und sich aus diesem Grund zu wenig um die Kinder kümmern. Da haben wir das Problem der Wohlstandsverwahrlosung", meint der Schulpsychologe.
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Nicht genügend Hilfe vorhanden
Mindestens jeder dritte Schüler komme mittlerweile aus desolaten Familienverhältnissen, schätzt Moser.
"Wenn sie in der Schule konzentriert in einer Klasse arbeiten sollen, dann sind in jeder Klasse mindestens drei Kinder intensiv betreuungsbedürftig und in jeder Klasse ist ein Kind behandlungsbedürftig."
Das wären in absoluten Zahlen 15.000 verhaltensauffällige und 5.000 verhaltensgestörte Schüler in Salzburg. Ausreichend Hilfe gebe es in Salzburg nur für die Hälfte von ihnen - Experten fehlen in der Schule, aber auch in den Krankenhäusern und Beratungsstellen - kritisiert Schulpsychologe Ewald Moser.
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