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MO | 13.02.2012
Milchbauern (Bild: APA/Kay Nietfeld)
LANDWIRTSCHAFT
Luxemburg: Hoffnung bei Milchbauern
Mit gemischten Gefühlen sind 26 Salzburger Milchbauern Dienstagfrüh früh von der Bauern-Großdemonstration in Luxemburg zurückgekehrt. Die Hoffnung lebt allerdings, dass die Überproduktion bei Milch von der EU eingedämmt wird.
Kann Überproduktion eingedämmt werden?
Einerseits sei der von den Agrarministern in Aussicht gestellte EU-Milchfonds von 280 Millionen Euro als Ausgleich für den rapide gesunkenen Milchpreis nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, kritisieren Salzburgs IG-Milch-Bauern.

Zum anderen zeigen sich die Bauern nach Gesprächen mit EU-Vertretern aber zuversichtlich, dass die Überproduktion von Milch in Europa langsam eingedämmt wird.
"Zynisch": 140 Euro gegen 10.000 Verlust
280 Millionen Milchstützung für Europas Bauern, das sind rund fünf Millionen für Österreichs Milchbauern oder 135 bis 140 Euro für den einzelnen Landwirt.

Was die Politik als Erfolg bezeichnet, ist für IG-Milch-Bauer Engelbert Neubauer aus Dorfbeuern angesichts der riesigen Verluste seiner Kollegen ein zynisches Geschenk:

"Bis zu 10.000 Euro pro Jahr beträgt der Verlust mancher Milchbauern. Mit 140 Euro ist der Ausgleich im kommenden Jahr nicht sehr erfreulich. Unseren Zorn hat man auch in Luxemburg am Montag gesehen. Unsere klassischen Bauernorganisationen bezeichnen das leider als radikal, nur weil wir sagen, was Sache ist - und nicht irgendwo die Lobhudelei mitmachen."
Hoffnung auf Erholung des Preises
Dennoch, in Luxemburg habe er auch Hoffnung auf eine Stabilisierung des Milchpreises geschöpft, sagt Neubauer:

"Es hat auch Entscheidungen gegeben, die für unsere Richtung schon auch passen. Quoten von Bauern, die aufhören, können künftig herausgenommen werden und werden nicht mehr gegengerechnet. Das klärt die Situation bei der Milchmenge. Es ist nicht ganz das, was wir vorschlagen, aber es ist ein Schritt in diese Richtung."

Und bei weniger Milchproduktion dürfte sich auch der Milchpreis wieder erholen, hofft der Salzburger Milchbauer Engelbert Neubauer.

Außerdem sei den Europäischen Milchbauern gestern in Luxemburg zugesichert worden, in Zukunft in den höchsten EU-Landwirtschafts-Gremien mitreden zu dürfen.
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