Salzburg ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Vorlesung im Konzertsaal (Bild: ORF)
BILDUNG
Uni erhofft Rettung durch "Notfallparagraf"
Ein "Notfallparagraf" im Universitätsgesetz soll in Salzburg gegen überfüllte Hörsäle helfen. Nur so wären wieder Zugangsbeschränkungen für die Kommunikationswissenschaft möglich.
Universität vom Ansturm überrascht
Ein Studentenansturm war zwar erwartet worden, vom Ausmaß wurde die Universität Salzburg aber überrascht. Nach dem Ende der Studiengebühren sieht sich vor allem das Fach Kommunikationswissenschaft mit 500 Neulingen konfrontiert.

Vorlesungen mussten wegen Platzmangels wie berichtet in einen Konzertsaal verlegt werden. Im kommenden Studienjahr soll es daher wieder Zugangsbeschränkungen geben. Ein "Notfallparagraf" im Universitätsgesetz könnte das möglich machen.
Rudolf Mosler (Bild: ORF)
Rudolf Mosler
Vizerektor Mosler: Unvertretbare Bedingungen
An der Salzburger Kommunikationswissenschaft wurden heuer doppelt so viele Studenten aufgenommen wie im vergangenen Jahr, die Hälfte kommt aus Deutschland. Das sind, bei unverändertem Personalstand, unvertretbare Studienbedingungen, so Vizerektor Rudolf Mosler.

Für solche Fälle gebe es jedoch im Gesetz einen Notfallparagrafen. Der sieht vor, dass für Studien, in denen in Deutschland Numerus Clausus gilt, auch hierzulande wieder Zugangsbeschränkungen eingeführt werden können.
Ministerverordnung soll beantragt werden
"Nach einer Gesetzesänderung, zum 1. Oktober in Kraft getreten, können Universitäten, die dieses Fach anbieten, einen gemeinsamen Antrag beim Minister stellen. Der kann eine Verordung erlassen, die solche Beschränkungen vorsieht. Die Kommunikationswissenschaft ist da vorrangig im Blickpunkt, aber es wäre auch bei anderen deutschen Numerus-Clausus-Fächern möglich", sagt Mosler.

Nach Erfassung der Daten der Studienrichtung Kommunikationswissenschaft an den Unis Salzburg, Klagenfurt und Wien wird im November ein solcher Antrag eingebracht werden. Die SPÖ, die bisher strikt gegen Zugangsbeschränkungen aufgetreten ist , hat ihre Zustimmung zu dem Antrag bereits signalisiert.
Universität Salzburg (Bild: ORF/G.H.) Ausgleich nur auf europäischer Ebene sinnvoll
Die Idee von Ausgleichszahlungen für Studenten hält Mosler nur auf europäischer Ebene für sinnvoll. Ähnlich wie in der Landwirtschaft sollte die EU auch Geld für die Bildung nach Bedarf umverteilen.

"Wir haben ein vergleichbares Problem in Skandinavien, in Belgien und Frankreich. Man könnte es auf die europäische Ebene heben und einmal schauen, wo ein kleines Land einem großen gegenübersteht und solche Ströme sehr einseitig laufen", so Mosler.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News