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MO | 13.02.2012
Frau mit Grippemaske
TOURISMUS
"Neue Grippe": Moslems stornieren Urlaub
Die "Neue Grippe" (Schweinegrippe) hat angeblich negative Auswirkungen auf die Hotellerie, glauben Tourismusmanager. Weniger Araber würden nach Salzburg kommen.
Name "Schweinegrippe" schuld
In der Region Zell am See/Kaprun sei nämlich ein massiver Rückgang bei arabisch-moslemischen Touristen zu verzeichnen. Und schuld daran sei eben der Name "Schweinegrippe", sagen einige Touristiker.

Ungeachtet solcher Bedenken: International ist der Begriff "Schweinegrippe" jedoch weiter gebräuchlich. So heißt die Krankheit im englischsprachigen Raum unverändert "Swine Flu".
Krankheit von "unreinem Tier"
Der Koran verbietet Moslems das Essen von Schweinefleisch.

Und wenn dann auch noch eine Krankheit nach diesem - laut Koran - "unreinen Tier" benannt wird, sei das einfach zu viel für Reisende aus dem arabischen Raum, sagt Hans Wallner, Tourismusdirektor der Region Zell am See/Kaprun:

"Das hat eine ganz besondere Bedeutung für diese Gästegruppe. Noch im Mai dieses Jahres waren wir im arabischen Raum beim Marketing unterwegs. Das war die Nachfrage noch sehr groß. Ab Juni gab es doch einige Stornos aufgrund der Schweinegrippe."
Krankheit gut im Griff
Dabei gab es heuer in Österreich seit dem Ausbruch der Seuche vor drei Monaten insgesamt nur 153 Erkrankungen mit Schweinegrippe. Die meisten waren nach einign Tagen und mit den richtigen Medikamenten vorbei.

Dennoch: Von den rund 100.000 Übernachtungen arabischer Gäste pro Sommer in der Region Zell am See/Kaprun werden heuer bis zu 15 Prozent fernbleiben.
Auch Ramadan gegen Österreichs Tourismus?
Um dem Begriff "Schweinegrippe" gegenzusteuern sei es zu spät, klagt Tourismus-Manager Wallner:

"Da gibt es Bemühungen auf allen Ebenen, besonders auch von der Österreich Werbung in Dubai. Wir hoffen auch auf Gäste, die dann zu Hause erzählen, dass sie bei uns in keinem Moment in Gefahr waren. Ansonsten müssen wir damit leben, und im nächsten Jahr ist das hoffentlich kein Thema mehr."

Und nicht nur das aus der Sicht von Touristikern böse Wort schmälert offenbar die Übernachtungszahlen. Auch der moslemische Fastenmonat Ramadan falle heuer für den heimischen Tourismus ungünstig, wird angemerkt.
Zweite September-Hälfte dann zu spät
Moslems verbringen diese Zeit des Fastens wenn möglich daheim. Und so werden die verbliebenen Gäste aus dem arabischen Raum spätestens Mitte August wieder abreisen.

Für einen zweiten Salzburg-Besuch Mitte oder Ende September ist es vielen dann zu spät.
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