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LEOGANG |
09.06.2009 |
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Betroffenheit nach Abschiebung von Paul Peter
Eine Woche nach der Abschiebung des 25-jährigen Nigerianers Paul Peter herrscht in Leogang (Pinzgau) nach wie vor Betroffenheit. Der gestellte Antrag auf humanitäres Bleiberecht wurde gar nicht mehr bearbeitet.
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Acht Jahre in Leogang gelebt
Der junge Mann war in der Gemeinde voll integriert und lebte dort acht Jahre ohne irgenwelche Probleme. Dennoch wurde der Wäscherei-Arbeiter zu Pfingsten vom Innenministerium - trotz großen Engagements von Lokal- und Landespolitikern - zurück nach Nigeria gebracht.
Die letzten Wochen Paul Peters in Österreich waren angespannt: Regelmäßig und freiwillig hat er sich bei den Behörden gemeldet, immer in der Hoffnung, dass er bleiben kann. Heute ist seine Wohnung verwaist, sein Freund und Arbeitskollege Peter Untermoser wird sie auflösen.
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"Hoffnung ist zerstört"
"Er wollte sich etwas aufbauen hier in Österreich. Er war immer fleißig arbeiten. Er hat kein Geld irgendwie verbraucht mit irgendwelchen Discobesuchen oder sonstwas. Die Hoffnung ist zerstört."
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Seit einer Woche in Lagos/Nigeria. |
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Paul Peter: "Ich bin total fertig"
Der Wäschereiarbeiter ist zur Zeit in Lagos. Dort hat ihn die ORF-Thema-Redaktion telefonisch erreicht: "Ich bin total fertig, weil ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe kein Geld. Ich habe Angst, ich kann nicht in die Stadt oder auf die Straße gehen, weil ich Angst habe."
"Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht gibt es eine Chance, dass ich wieder nach Österreich kommen kann, um dort zu arbeiten und zu leben, weil hier habe ich keine Zukunft."
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"Er hat sich einfach angepasst"
2001 stellte der Nigerianer ein Ansuchen um Asyl. Daraufhin herrschte jahrelang Schweigen seitens der Behörde. 2007 wurde der Antrag auf politisches Asyl aber abgelehnt.
"Er hat sich einfach angepasst, er wollte da leben", sagt Peters Arbeitskollegin Angelina Bär, "Er war fröhlich, weil er in Österreich sein hat können. Wie kann man einen Menschen, der wirklich alles dazu tut, dass er sich da integriert, sagen: Du darfst nicht da sein? Ich finde, wir haben nicht das Recht dazu, dass wir das dem verbieten können."
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Um alte Dame gekümmert
Das soziale Engagement des Nigerianers war in der Gemeinde bekannt. Er kümmerte sich um eine alte Dame, die dringend seine Hilfe brauchte.
"Es war ja sogar für die Polizei so, dass sie gesagt haben: Es tut ihnen leid, dass sie ihn nach Wien bringen müssen", schildert Leogangs Bürgermeisterin Helga Hammerschmied-Rathgeb (SPÖ), "Sie haben gesehen, wie vorbildlich sich der hier integriert hat. Dass das humanitäre Bleiberecht nur darauf abgestellt ist, ob er eine Familie da hat oder nicht - da gibt es, denke ich, noch andere Kriterien."
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salzburg.ORF.at; 2.6.09
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