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POLITIK |
25.02.2009 |
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Wahlplakate im Expertentest
Vor der Landtagswahl am Sonntag stehen in Salzburg insgesamt 1.200 große 16-Bogen-Plakate der Parteien, dazu kommen unzählige Kleinplakate. Diese Vielfalt hat ein Mimik- und Pantomime-Experte für den ORF unter die Lupe genommen.
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Schauspiellehrer mit kritischem Blick
Die Politik gibt für die Wahlplakate viel Geld aus - im Schnitt ein Drittel bis ein Viertel des gesamten Wahlbudgets. Doch wie wirken die Plakat überhaupt? Mit einem "Salzburg heute"-Team war Christian Sattlecker in Salzburg unterwegs.
Der 46-Jährige lehrt am Mozarteum an der Abteilung Schauspiel und Regie. Ausgebildet wurde der Salzburger unter anderem in Paris an der weltberühmtem Clownschule Lecoq. Dort ist man spezialisiert auf Mimik und Pantomime.
Die Wahlplakate faszinieren den Schauspieler. Sein Blick darauf ist kritisch.
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Spitzenkandidat Schwaighofer "nicht übermäßig authentisch". |
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"Grünen-Plakat zu starr"
Die Wirkung des grünen Spitzenkandidaten Cyriak Schwaighofer auf dessen Wahlplakat bezeichnet Sattlecker als "nicht übermäßig authentisch".
"Wenn ich mir zum Beispiel sein Lächeln betrachte: Das hört unterhalb der Nase schon wieder auf. Die Augen vermitteln zwar Offenheit, aber auch etwas Angst. Eine Hand hält er offen nach außen, die andere geschlossen zu sich", sagt Sattlecker.
"Er (Schwaighofer, Anm.) atmet nicht, was dem Ganzen eine gewisse Starre verleiht. In Summe ist das ein Wahlplakat, das Menschen meiner Ansicht nach eher nicht anspricht", urteilt der Schauspieler.
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Burgstaller "stark grafisch nachbearbeitet". |
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SPÖ-Plakat: "Gute Arbeit des Grafikers"
20.000 Euro geben die Grünen für Wahlplakate aus - 15-mal so viel die SPÖ. Deren Wahlplakate finden auch etwas mehr Gnade in den Augen des Experten - auch wegen der professionellen Ausarbeitung.
"Das Wahlplakat von Gabi Burgstaller ist stark grafisch nachbearbeitet und fällt optisch sehr auf", sagt Sattlecker, "sowohl bei Haut, Augen und Zähnen als auch bei den Haaren hat der Grafiker am Computer saubere Arbeit geleistet und möglicherweise auch geschönt."
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Schauspiellehrer sieht Dreierteam auf Plakaten. |
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"ÖVP-Kandidaten halten die Luft an"
Die ÖVP tritt plakatmäßig als Dreierteam an - um insgesamt 140.000 Euro.
"Das Erste, was am ÖVP-Plakat auffällt, ist, dass alle drei Kandidaten nicht atmen", sagt der Schauspiellehrer bei einem Blick auf das Plakat, "Während des Fotografierens kann man einatmen, ausatmen oder die Luft anhalten. Auf dem ÖVP-Plakat halten alle drei Kandidaten die Luft an, womit das ganze Plakat nicht atmet. Damit geht auch der Betrachter nicht mit ihnen mit und atmet nicht mit ihnen mit."
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Aber: Freiheitliches Plakat "nicht nachretuschiert". |
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FPÖ-Plakat: Schnell wirkt "leicht depressiv"
150 Großplakate hat die FPÖ in Salzburg aufgestellt. 100.000 Euro wandern offiziell in die Plakatwerbung. Beim FPÖ-Wahlplakat falle ihm als erstes die Unschärfe auf, sagt Sattlecker.
"Der Spitzenkandidat ist in eine Unschärfe getaucht. Die Augen sind zusammengedrückt und wirken leicht depressiv. Man vernimmt ein versuchtes Lächeln, das sich nicht über das ganze Gesicht zieht. Alles in allem wirkt das Plakat nicht überzeugend."
Was er am FPÖ-Wahlplakat bewundere, sei aber, "dass es eines der wenigen Plakate ist, das nicht nachretuschiert wurde", ergänzt der Schauspiellehrer.
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BZÖ-Plakat: "Lächeln geht ins Aggressive"
Ähnlich viel wie die FPÖ gibt auch das BZÖ für Plakate aus. Und auch hier fällt dem Experten das Lächeln des Spitzenkandidaten auf.
"Man sieht ein versuchtes Lächeln in der Mitte, das aber eher in etwas Aggressives übergeht - nach dem Motto: Ich werde Dich jetzt gleich beißen und auffressen. Insgesamt spricht mich dieses Plakat nicht an", urteilt Sattlecker.
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700.000 Euro für Wahlplakate ausgegeben. |
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Gesamturteil: "Viel Verpackung, wenig Inhalt"
Fast 700.000 Euro haben die Parteien in Plakate für die Landtagswahl gesteckt - möglicherweise mit fragwürdigem Erfolg, resümiert der Experte: "Viel Verpackung - wenig Inhalt. Wer die Wahl hat, hat die Qual", bringt Sattlecker sein Urteil auf den Punkt.
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Welches Plakat gefällt Ihnen am besten?
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salzburg.ORF.at
In Salzburg werden Landtag, Gemeinderäte und Bürgermeister am 1. März neu gewählt.
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