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MO | 13.02.2012
Die Schwarzenberg-Kaserne (Bild: APA/Neumayr)
Bundesheer
Österreichs Kasernen in desaströsem Zustand
Undichte Fenster, fehlender Außenputz, Schimmel - laut Offiziersgesellschaft leidet das Bundesheer unter dem desaströsen Zustand seiner Kasernen. Auch die Schwarzenberg-Kaserne in Wals-Siezenheim zählt zu den Problemzonen.
"Bauliche Schande der Nation mit Dritte-Welt-Substandard."
Eine Milliarde für Sanierung notwendig
Eduard Paulus, Präsident des Offiziersgesellschaft spricht von "teilweise lebensbedrohlichen" Bauzuständen. Das Problem ist nicht neu, sondern das Ergebnis notorischen Geldmangels. In Summe soll zu Sanierung und Neubau der notwendigen Infrastruktur eine Milliarde Euro fehlen, das entspricht der Hälfte des jährlichen Heeres-Budgets.

Eduard Paulus, Präsident der Offiziersgesellschaft, spricht angesichts des Zustands der Kasernen wörtlich von einer baulichen Schande der Nation mit Dritte-Welt-Substandard, heißt es in einer Aussendung der Austria Presse Agentur.
Zwölf problematische Kasernen
Zu den zwölf derzeitigen Problem-Kasernen zählen neben der "Vega-Payer-Weyprecht" Kaserne auch die "Maria Theresien" und die Kaserne in der Schwenkgasse in Wien, die "Burstyn" Kaserne (Niederösterreich), die "Montecuccoli" Kaserne in Güssing, die "Gablenz" Kaserne in Graz, die "Von der Groeben" Kaserne in Feldbach und die "Schwarzenberg" Kaserne in Salzburg.
Durch veraltete Heizungen wird unnötig viel Engerie verschwendet.
Bauten und Einrichtung nicht mehr zeitgemäß
Die baulichen Probleme sind zahlreich, von verschimmelten Räumen über kaputte Fenster und Tore bis hin zu veralteten Küchen und Sanitärräumen. Nicht mehr zeitgemäß sind auch Heizungen, was nicht zuletzt mit unnötiger Energieverschwendung verbunden ist.

Zusätzlich mangelt es auch an Sporthallen, Freizeiträumen, Ausbildungshallen und Garagen, so dass teures Gerät im Freien stehen und verrosten muss.

Die österreichische Offiziersgesellschaft (ÖOG) fordert deshalb für die nächsten vier Jahre ein jährliches Zusatzbudget von je 250 Mio. Euro, um die Heeres-Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen.
Verteidigungsminister Norbert Darabos startete 2007 ein Kasernen- Investitionsprogramm
Darabos weist auf hohe Investitionen hin
Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) wies im Zuge der Vorwürfe in einer Aussendung darauf hin, dass das Verteidigungsministerium seit 2007 insgesamt 230 Mio. Euro in die Modernisierung und in den Neubau der Bundesheer-Gebäude investiert habe.

Die hohen Investitionen würden auch der österreichischen Bauwirtschaft zu Gute kommen, meinte Darabos. "Das Bundesheer ist mit seinen Investitionen zweifelsohne ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für Österreich. Von diesen Baumaßnahmen profitieren die Truppen und die heimische Bauwirtschaft.

"Österreichs Wirtschaft wird angekurbelt und Arbeitsplätze werden gesichert. Gerade vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise ist es daher zweckmäßig, diese Investitionen fortzusetzen", erklärte Darabos.
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