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DI | 14.02.2012
Schule (Bild: ORF)
BILDUNG
Boom: Hauptschulen sind keine Sackgassen
Hauptschulen sind im Aufwind. Auf dem Land steigt der Anteil von Hauptschülern wieder. Von einer generellen Trendumkehr wollen Experten noch nicht sprechen, aber die Attraktivität des Schultyps steige.
Schüler in Hauptschule (Bild: ORF) Sprungbrett auch für höhere Bildung
Seit Jahren gibt es Bemühungen, die von manchen totgesagten Hauptschulen wieder attraktiv zu machen. Das scheint nun erste Früchte zu tragen. "Mein Kind muss ins Gymnasium!" Dieses Denken hat jahrelang das Schulgeschehen auch in Salzburg geprägt, in vielen Richtungen, die nicht immer positiv waren und sind, sagen Experten.

In letzter Zeit sei aber vor allem auf dem Land ein gegenläufiger Trend erkennbar, sagt Landesschulratspräsident Herbert Gimpl (SPÖ): "Im Lungau und im Pinzgau ist der Wert der Hauptschulen nachweislich wieder stark gestiegen. Im Lungau haben wir nun fast einen 75-Prozent-Anteil, im Pinzgau ist es ähnlich."
LH Gabi Burgstaller (SPÖ). Bild: Gerald Lehner
Burgstaller: "40 Prozent der Hautptschüler machen Matura."
"Keine Einbahnstraße"
Zum einen würden sich die Gemeinden als Schulerhalter sehr für diese Schulen einsetzen. Zum anderen sei so manchen Eltern klar geworden, dass es nicht ideal sei, schon einem zehnjährigen Kind einen möglicherweise weiten Weg ins nächste Gymnasium zuzumuten, sagt Gimpl.

Vor allem mache sich die Schaffung und Weiterentwicklung der vielen Schwerpunkt-Hauptschulen bezahlt - etwa für Musik, Sport oder Tourismus, betont Bildungsreferentin und Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ):

"Durch die Zusatzangebote sehen immer mehr Eltern, dass Hauptschulen keine Einbahnstraßen sind. Wir wissen, dass von den Schülerinnen und Schülern dann 40 Prozent die Matura machen."
Warnung vor zu viel Prestige-Denken
Die Hauptschule sei zudem in Österreich keine Sackgasse wie in anderen Ländern. Sie lasse jeden weiteren Bildungsweg nach oben offen, betont Burgstaller.

Die Kinder aus falschem Prestigedenken um jeden Preis ins Gymnasium zu stecken, sei hingegen doppelt problematisch: Erstens würde so manches Kind zu früh unter einem kaum auszuhaltenden Leistungsdruck leiden. Und weiters würden Eltern das oft mit sündteuren Nachhilfestunden bezahlen müssen, warnt Bildungsreferentin Gabi Burgstaller. In späteren Jahren, wenn der Reifeprozess eingesetzt habe, hätten viele Jugendliche kaum mehr Probleme mit Anforderungen von Oberstufen-Gymnasien und Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS), so die Landeshauptfrau.
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