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DI | 14.02.2012
Fischer am See (Bild:APA)
KUCHL
Fischereiverein: 200.000 Euro unterschlagen
Ein Mitglied des Fischereivereins in Kuchl (Tennengau) soll über 200.000 Euro an Vereinsgeldern unterschlagen haben. Das bestätigen Vereinsmitglieder und der Kuchler Bürgermeister Andreas Wimmer (ÖVP).
Das führende Vereinsmitglied soll seit über einem Jahr immer wieder die Sparbücher geplündert haben.
Kollegen und Rechnungsprüfer belogen
Rund 700 Mitglieder zahlen regelmäßig Vereinsbeiträge, außerdem besitzt der Verein die Fischereirechte für den Bürgerausee, den Seewaldsee und den Wiestalstausee. Doch jetzt dürfte das gesamte Geld dahin sein.

Das führende Vereinsmitglied soll seit über einem Jahr immer wieder die Sparbücher geplündert haben, für die er zeichnungsberechtigt war. Der Mann soll seine Kollegen und den Rechnungsprüfer systematisch belogen haben.
Vereinsobmann weist Verantwortung von sich
Aufgeflogen ist der Schwindel nur durch Zufall. Vereinsobmann Helmut Feuchter weist jede Verantwortung von sich: "Kontrolle war sicher da, aber dieser Herr hat uns ja massivst angelogen und er hat das sehr gut gemacht. Er hat die Kasserprüfer ausgetrickst und uns alle ausgetickst. Es ist halt eine traurige Geschichte, dass eigentlich ein Freund von uns unser Vertrauen so missbraucht hat", meint Feuchter.
"Das ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass Vieles im Leben möglich ist, wenn die nötige Kontrolle fehlt."
Geld angeblich von Sparbuch abgezweigt
Der mutmaßliche Täter soll das Geld also ohne das Wissen anderer Vereinsmitglieder von einem Sparbuch abgezweigt und ausgegeben haben.

Für den Verein sei die Angelegenheit eine Katastrophe, sagt Bürgermeister Wimmer: "Wie ich das zum ersten Mal gehört habe, habe ich mir gedacht: Das gibt's eigentlich nicht. Das ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass Vieles im Leben möglich ist, wenn die nötige Kontrolle fehlt. Für den Fischereiverein selber ist das sicher eine ganz schwierige Situation. Man geht davon aus, dass das ein Mann war - das ganze ist tragisch genug."

Eine Anzeige bei der Polizei gibt es noch nicht, der Verein versucht noch, die Affäre intern zu lösen, etwa durch eine Rückzahlung des Schadens. Ob die interne Lösung gelingt, ist äußerst fraglich, denn der Verein ist nun pleite.
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