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MO | 13.02.2012
Kind bei der Beratung (Bild: ORF)
FAMILIEN
Zu wenig Geld für Scheidungskinder-Beistände
Seit zwei Jahren gibt es in Salzburg das Pilotprojekt mit Beiständen für Kinder, die unter heftigen Scheidungskriegen ihrer Eltern leiden. Doch trotz des Erfolgs sei die Finanzierung nicht ausreichend, klagen die Organisatoren.
36 Mal in den letzten zwei Jahren im Einsatz
Die Salzburger Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt hat das Projekt vor zwei Jahren gestartet. Anlass war der spektakuläre Sorgerechts-Krieg um das Scheidungskind Christian aus Großgmain (Flachgau). Ein Kinderbeistand vertritt die ausdrücklichen Wünsche des Kindes.

1.500 Kinder sind in Salzburg von Scheidungen betroffen. In 36 Fällen in den letzten zwei Jahren waren die Rosenkriege der Eltern und damit verbunden der Streit um das Sorge- und Besuchsrecht derart heftig, dass die Kinder als Stütze vom Gericht einen Kinderbeistand zugesprochen bekamen. Meistens sind das Psychologen - insgesamt gibt es acht Kinderbeistände im Land.
Nach anfänglicher Skepsis - zum Beispiel bei Richtern.
Projekt bei Kindern ein Erfolg
Nach anfänglicher Skepsis zum Beispiel von Seiten der Richter ist das Projekt inzwischen ein voller Erfolg. Das hat eine Begleitstudie mit Befragung der Kinder eindeutig ergeben. Damit die Kinderbeistände weiterarbeiten können und auch öfter zum Einsatz kommen, brauche es aber dringend mehr Geld.

"Beim derzeitigen Modellprojekt sind weder Fahrtkosten noch Supervisionskosten abgedeckt. Mit 1.000 Euro pro Kind, pro Fall wird man sicher nicht das Auslangen finden", sagt Holz-Dahrenstaedt.
Lange Wege ein Problem
Vor allem bei Scheidungen auf dem Land wird es schwierig, sagt die Kinder- und Jugendanwältin: "Wir haben Bezirksgerichte in Tamsweg, in Zell am See - also weit weg von der Stadt. Es ist ja auch so, dass man das Kind an seinem Ort besucht - das Kind kommt nicht in irgendein Büro, sonder man trifft sich mit dem Kind in seiner Umgebung. Bisher konnten wir das nur über Sponsoren, über Eigenbeiträge oder über ehrenamtliche Tätigkeit bewerkstelligen."

In Österreich kam in bisher 96 Fällen ein Kinderbeistand zum Einsatz. Ab Sommer 2009 soll er in schwierigen Obsorgefällen oder Besuchsrechtsstreitigkeiten die Regel sein. Justizministerin Maria Berger (SPÖ) kündigte dazu eine Gesetzesinitiative an.
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