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MI | 11.04.2012
Eierschwammerln (Bild: ORF - Anton Wieser)
Pilzemaut
"Schwammerl-Klau" ärgert Waldbesitzer
Die Kritik der Naturfreunde an den Gebühren für Pilzesammler im Lungau stößt bei Grundeigentümern auf Unverständnis. Die Wälder seien zwar als Erholungsraum für jeden zugänglich, Pilze und Beeren aber seien persönliches Eigentum des Besitzers.
Zwei Kilo Schwammerl pro Tag und Sammler
Obst oder Beeren in einem fremden Garten zu pflücken, auf diese Idee käme wohl niemand so schnell. Bei Pilzen in einem fremden Wald ist das offensichtlich anders, zeigt sich der Werfenwenger Waldbesitzer Sepp Seidl verärgert.

Das Landesnaturschutzgesetz erlaubt es Pilzesammlern, zwei Kilogramm Schwammerl pro Tag für den Eigenbedarf zu sammeln. Von seinen Eierschwammerln und Steinpilzen im eigenen Wald sehe er meistens nicht mehr viel, schildert Waldbesitzer Sepp Seidl.
Viele Waldbesitzer sehen nichts von eigenen Pilzen und Schwammerln.
"Kann auch nicht in fremden Garten gehen"
"Wir haben 30 Hektar Wald und wenn ein normales Jahr ist, hat man fast keine Chance, dass man für sich selbst Schwammerl suchen gehen kann, weil einfach alles abgeräumt ist. Und dann liest man in der Zeitung 'In unser aller Wälder', ich meine, der Eintritt in die Wälder ist frei, das ist gesetzlich so, aber dass das Produkt ansich auch der Allgemeinheit gehört, das ist mir neu und als Grundbesitzer steigen mir da die Haare auf. Ich kann auch nicht in einen fremden Garten gehen und da die Erdbeeren pflücken", wettert Sepp Seidl.
Verbot für sammeln von Pilzen möglich
Dennoch ist es grundsätzlich erlaubt, Schwammerl in einem fremden Wald einzusammeln, sagt Bernadette Gromaczkiewicz von der Rechtsabteilung der Landwirtschaftskammer. Es sei denn, der Waldeigentümer verbietet es ausdrücklich.

"Dieses Betretungsrecht des Waldes umfasst im Wesentlichen auch das Sammeln von Beeren und Pilzen, allerdings nur für den Eigenbedarf, nicht eben für Erwerbszwecke - sofern der Waldeigentümer nicht eine andere Regelung vorsieht. Der Eigentümer kann das Sammeln von Beeren und Pilzen auf seinem Grund verbieten, er muss das aber ersichtlich machen, zum Beispiel durch Schilder", erklärt Gromaczkiewicz.
"Müsste rechtlich möglich sein, denn wenn ich es verbieten kann, dann kann ich es auch gegen Gebühren erlauben."
Einfordern von Gebühren gesetzlich erlaubt
Die kritisierte Gebühr für das Pilze sammeln, so wie sie im Lungau von der Schwarzenberg'schen Forstverwaltung eingehoben wird, ist laut Gromaczkiewicz rechtlich zulässig.

"Meines Erachtens müsste das rechtlich möglich sein, denn wenn ich es verbieten kann, dann kann ich auch sagen, dass ich es grundsätzlich verbiete, aber wenn jemand im meinem Wald Pilze sammeln will, kann er zu mir kommen, kann eine Gebühr bezahlen und dann erlaube ich es", meint die Rechtsexpertin.

Nicht erlaubt sei es jedoch, das Schwammerlpflücken als touristische Massenveranstaltungen zu organisieren.
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