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ABTENAU |
15.07.2008 |
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Bauernchef: "Fairer Milchpreis eine Illusion"
Er könne das Schlagwort vom fairen Milchpreis nicht mehr hören. Das sagte der Präsident der Landwirtschaftskammern Österreichs, Gerhard Wlodkowski, am Montagabend bei einer Veranstaltung in Abtenau (Tennengau).
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"IG Milch gaukelt Welt vor, die nicht existiert"
Diese Parole der IG-Milch-Bauern gaukle eine Welt vor, die nicht existiere. Ein Bergbauer müsse Milch zu völlig anderen Bedingungen produzieren als einer auf dem flachen Land.
Das ergebe erhebliche Preisunterschiede.
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"Medien hätten uns für Empfehlung geprügelt"
Der Milchstreik von Ende Mai/Anfang Juni und seine Folgen waren beherrschendes Thema beim Sommergespräch des ÖVP-Bauernbundes am Kleinschörghof in Abtenau. Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammern Österreichs, erklärte, warum Kammer und Bauernbund dem Streik nicht zustimmten:
"Wir waren der Ansicht, dass der Zeitpunkt dafür nicht reif ist, weil erstens damals der Milchpreis für die Bauern in Österreich überall noch über 40 Cent pro Liter lag.
Wenn wir als Kammer unterstüzt hätten, dass massenhaft Milch weg geschüttet wird, wären wir von den Medien durch Sonne und Mond gejagt worden. Man hätte uns vorgeworfen, dass wir den Konsumenten den Brotkorb höher hängen und die Preise unverantwortlich in die Höhe treiben, was derzeit ja die Arbeiterkammer tagtäglich anprangert."
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"Einer wird immer benachteiligt sein"
Ärger löst bei Landwirtschaftskammer-Präsident Wlodkowski die Parole der IG Milch aus, die einen fairen Milchpreis für die Bauern verlangt:
"Wenn mir einer sagt: Ich brauche einen fairen Milchpreis, dann muss ich ihm klipp und klar sagen: Es gibt keinen!
Denn es ist ein Riesen-Unterschied, ob ein Bauer ein Kontingent von 30.000 Kilo, 50.000, 300.000 oder einer Million Kilo hat. Da liegen solche Welten dazwischen, dass entweder der eine oder der andere zwangsläufig benachteiligt sein muss."
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"Man kann keine Preisgespräche mehr führen"
Wlodkowski schilderte an einem Beispiel, wie schwierig es für die Landwirtschaftskammer sei, bei den Handelsketten höhere Preise durch zu setzen. Der Kammerpräsident hatte sich am Höhepunkt des Milchlieferstreiks mit Vertretern von Molkereien und Handel zusammen gesetzt:
"Ich muss es ganz offen sagen: Da kann man keine Preisgespräche mehr führen, denn da würden wir alle vor dem Wettbewerbs-Richter stehen. Wenn sich drei oder vier Molkerein treffen und Absprachen machen, dann sind sie schon morgen vor geladen.
Und tatsächlich sind alle, die damals beim Gespräch dabei waren - etwa die Herren Burger, Heinzl und Dr. Drexel - beim Wettbewerbs-Richter vor geladen - auch die Molkereien und auch wir Vertretern der Landwirtschaftskammer. Man möchte wissen, was dort gesprochen wurde, was vereinbart wurde, und, und, und."
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"Nicht auseinander dividieren lassen"
Was immer auch geschehe, die Bauern dürften sich nicht auseinander dividieren lassen, appellierte Wlodkowski an die Landwirte.
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salzburg.ORF.at; 8.7.08
Nach Landwirtschaftskammerpräsident Franz Eßl fordert jetzt auch Agrar-Landesrat Sepp Eisl (ÖVP) vertraglich fix festgelegt Milchpreise für die Bauern. Anlass ist die rückwirkende Preissenkung der Alpenmilch Salzburg.
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