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MO | 13.02.2012
Milchkessel in der Molkerei (Bild: ORF)
Landwirtschaft
Bauern bekommen nach Milchstreik weniger
Nach dem Ende des Lieferboykotts bekommen die Bauern jetzt weniger für ihre Milch. Denn rückwirkend mit 1. Juni hat die Alpenmilch Salzburg die Herstellerpreise gesenkt. Viele Bauern liefern jetzt lieber nach Bayern.
Mitteilung kam einen Monat nach Senkung
Johann Altendorfer, Landwirt in Nußdorf (Flachgau), gehört zu den Bauern, die sich Anfang Juni am Milchboykott beteiligt haben. Doch statt des erhofften mehr gibt's jetzt weniger Geld. Die Botschaft der Alpenmilch über die Preissenkung mit 1. Juni, flatterte erst am ersten Juli-Wochenende ins Haus.

Die Bauern bekommen jetzt von der Alpenmilch 40 Cent brutto, das ist ein Minus von 4 Cent pro Liter Milch: "Mir geht's derweil miserabel", sagt Johann Altendorfer, "Das erste Monat hat der Preis gehalten und jetzt kommt vom Milchhof der Zettel, dass der Preis heruntergeht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vollerwerb noch einmal bei uns geht."
"Das macht bei mir eine Welt aus."
Deutsche Molkereien zahlen mehr
Umgerechnet auf ein Jahr bedeutet die Preissenkung für Joahnn Altendorfer fast 3.500 Euro weniger: "Ich überlege jetzt ernsthaft, ob ich nicht in eine andere Käserei gehe. Weil man hört von Deutschland, dass man zwei, drei und jetzt fast fünf Cent mehr bekommt. Das macht bei mir eine Welt aus - wenn ich 85.000 Liter Kontingent habe, sind fünf Cent mehr ein Geld zum überleben, zum investieren."

Die Bauern wollen sich zusammenschließen um ihre Milch künftig gemeinsam woanders hin zu liefern: "Es sollen viele weg von der Alpenmilch gehen - vielleicht tut sich dann da noch etwas", sagt Bauer Walter Aspodinger.
Immer mehr Landwirte "laufen über"
Der Salzburger IG-Milch-Sprecher Engelbert Neubauer, selbst Landwirt in Michaelbeuern, hat sich bereits für einen neuen Abnehmer in Bayern entschieden: "Ich habe heuer mit 1. April den Vertrag bei der Molkerei Woerle gekündigt - aus wirtschaftlichen Gründen. Mein neuer Abnehmer - die Molkerei Piding - bezahlt auf's Jahr gesehen rund 4.500 bis 5.000 Euro mehr. Das sind ab Juni sieben bis acht Cent mehr auf den Liter gerechnet als bei der Alpenmilch Salzburg."

In den Flachgauer Gemeinden Neumarkt, Plainfeld und Eugendorf beliefern schon mehr als 30 Landwirte die Pidinger Molkerei.
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