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MASERN-EPIDEMIE |
02.04.2008 |
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Zahl der Infektionen steigt weiter
Die Zahl der Masern-Infektionen in Salzburg ist am Mittwoch weiter gestiegen. Mittlerweile sind 153 Salzburger, vor allem Schulkinder, infiziert. Aus mehr als zehn Schulen in der Stadt, im Flachgau und im Tennengau werden Fälle gemeldet.
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Impfstoff für Kinder gratis
Die behördliche Kritik an Impfgegnern - besonders in den Reihen von Pädagogen und Eltern an der Waldorf-Schule in der Stadt Salzburg - hält an. Weiter gilt der dringende Aufruf, alle nicht geimpften Kinder und Jugendlichen der Schutzimpfung zu unterziehen. Sie ist für Kinder gratis, für Erwachsene gibt es den Impfstoff ab sofort in den Salzburger Apotheken billiger; um 24 statt um 30 Euro.
Besonders Schwangere sollten vor der Infektion bewahrt werden, weil sonst schwere Behinderungen bei Ungeborenen drohen, sagen Experten.
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Musikhauptschule geht als Beispiel voran
In der Musikhauptschule Maxglan haben sich am Mittwoch 31 Schüler und zehn Lehrer impfen lassen. Kurz und für die meisten wohl auch schmerzlos sei die Aktion für die meisten Beteiligten verlaufen, berichtet Amtsarzt Gerhard Buchner, der die Aktion durchgeführt hat:
"Die Gefahr ist an dieser Schule jetzt insofern gebannt, dass ein Teil der Kinder die Masern in ihrem Leben schon durchgemacht hat. Es gibt welche, die schon früher geimpft wurden. Der Rest wurde am Mittwoch von uns geimpft. Einzelne Fälle kann man nicht ausschließen, weil aufgrund der Inkubationszeit sich die aktuelle Epidemie auch auswirken könnte - bei Kindern, die bisher keinen Schutz hatten."
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Hoffen auf hohe Rate von Geimpften
Der Amtsarzt und die Gesundheitsbehörden von Stadt und Land Salzburg appellieren an die Haus- und Schulärzte im ganzen Land, dass Impfpässe aller Kinder überprüft und Impfaktionen durchgeführt werden:
"Eine flächendeckende Impfaktion ist seitens der Behörden nicht geplant. Wir gehen davon aus, dass in dem meisten Schulen die Rate der geimpften Kinder und Jugendlichen sehr hoch ist. Somit könnte die Gefahr der weiteren Ausbreitung gering sein. Derzeit werden noch Impfpässe von Kindern kontrolliert."
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Reaktion der Schule auf Vorwürfe
Die Rudolf-Steiner-Schule Salzburg arbeite mit den Gesundheitsbehörden in allen Fragen kooperativ zusammen. Alle amtlichen Bescheide würden penibel eingehalten, betont Rainald Grugger, Direktor der Steiner-Schule.
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Zustand stabil, schwere Fälle "gehören dazu"
Vier Patienten, die äußerst stark an den Masern und den Folgewirkungen leiden, wurden bisher in das Landeskrankenhaus eingeliefert - zwei in die Dermatologische Abteilung, jeweils einer in die Dritte Medizin und in das Kinderspital. Der Zustand der vier sei stabil. Bei einer 21-Jährigen sei eine Lungenentzündung aufgetreten, sagte Landessanitäsdirektor Christoph König.
"Die Entwicklung ist nicht dramatischer, als sie ohnehin zu erwarten war - einerseits im Hinblick darauf, dass jetzt vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betroffen sind", so König. "Typischerweise kommen sie aus Familien, in denen andere Kinder in die Waldorfschulen gehen. Das Zweite ist, dass die erwarteten schweren Verläufe mit Lungenentzündung, mit verbreiteten Organschäden einfach zur Masernerkrankung dazugehören."
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Weitere Erkrankungen befürchtet. |
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Sorgen wegen vieler betroffener Schulen
Jetzt seien auch in der Tourismusschule Kleßheim, der Volksschule Hallwang und dem Gymnasium in Seekirchen einzelne Erkrankungen aufgetreten, ergänzte der Landessanitätsdirektor. Für ihn ist besonders bedenklich, "dass jetzt eine große Zahl von Schulen mit ersten Erkrankungen auffällig ist. Es sind zunächst ein, zwei Erkrankungen. Aber wir wissen nicht, wie das nach der Inkubationszeit ausschauen wird."
Zurzeit sind 105 der 130 erkrankten Schüler oder Lehrer der Waldorfschule in Salzburg-Langwied.
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Maßnahme nach Epidemiegesetz. |
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Ungeimpften wird Schulbesuch verboten
Derzeit wird an den Schulen erhoben, wer gegen Masern geimpft ist und wer nicht, ergänzt König: "Wer sich nicht impfen lässt, dem wird der Schulbesuch nach dem Epidemiegesetz untersagt. Falls sich in diesen Schulen die Epidemie nicht weiter ausbereitet, werden sie nicht gesperrt."
Nach Angaben des Landesschularztes Rainer Liebl liege dort die Impfquote bei 90 Prozent.
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"Befürchten, dass es so weitergeht"
Mittwochmittag ist im Salzburger Landeskrankenhaus der Krisenstab wieder zusammengetroffen - denn "wir befürchten, dass das in dieser Dramatik weitergeht", sagte König.
Der Landessanitätsdirektor schließt nicht aus, dass auch am Mittwoch weitere Schulen Ansteckungsfälle an die Gesundheitsbehörden melden. Zu befürchten sei auch, dass erste Masernerkrankungen in Betrieben auftreten könnten.
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Anrufen, nicht herumirren
Der Mediziner appellierte an die Bevölkerung, bei Auftreten von Symptomen wie Fieber und Hautausschlägen entweder beim Hausarzt oder in der Klinik anzurufen, damit die Patienten nicht auf dem Krankenhausareal herumirren und andere anstecken.
"Für Erwachsene wurde ab heute ein Untersuchungszimmer neben der Kirche im 1. Stock der Infektiologie der I. Medizin eingerichtet", sagt König.
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25 Interessierte bei Elternabend. |
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Informationen für Eltern
Die städtischen Gesundheitsbehörden haben Dienstagabend Elternvertreter und betroffene Eltern über die Masernepidemie informiert. Zu dem Informationsabend kamen rund 25 Elternvertreter aus den betroffenen städtischen Schulen.
"Ich habe drei Kinder - eines ist geimpft und zwei haben die Masern bekommen", sagte Elternvertreterin Petra Leitner, "jetzt habe ich mich noch einmal erkundigt. Ich muss gestehen, die Masern - die zwei Kinder haben's ganz schlimm gehabt. Ich bin an und für sich nicht so ein Impfbefürworter, aber gegen Masern würde ich auf jeden Fall empfehlen, dass man impft."
"Ich habe eine Tochter mit 13 Jahren, die da in die Schule geht", sagte Kurt Holzschuster, "wir haben unsere Kinder impfen lassen. Wir haben heute die Impfpässe mitgenommen und haben uns bestätigen lassen, ob das aktuell ist - und das ist Gott sei Dank mit Ja beantwortet worden von den Fachleuten."
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salzburg.ORF.at; 2.4. 2008
Die Rudolf-Steiner-Schule Salzburg arbeite mit den Gesundheitsbehörden in allen Fragen kooperativ zusammen. Alle amtlichen Bescheide würden penibel eingehalten, sagt Rainald Grugger, Direktor der Steiner-Schule.
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wien.ORF.at; 2.4. 2008
Der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze fordert eine bessere "Durchimpfungsrate" im Zuge der Masern-Epidemie in Salzburg. Dann gebe es dieses Problem gar nicht. "Finnland hat zum Beispiel keine Masern", so der Arzt.
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salzburg.ORF.at; 1.4.08
Nach dem Ausbruch einer Masernepidemie an der Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg-Langwied kritisiert der Landessanitätsdirektor jetzt den Schularzt. Der habe nicht genug gegen die Ausbreitung der Krankheit getan.
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