Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Heimgehen nach Einkauf (Bild: dpa/Scheidemann)
EINKAUFEN
Jeder Fünfte greift zu Kartoffelstärke-Sackerln
Einkaufssackerln aus Kartoffelstärke statt Plastik kommen bei Kunden gut an. Jeder Fünfte entscheidet sich für die kompostierbaren Säcke, beobachtet der Handelskonzern Spar.
Pro Jahr.
Import von 700 Millionen Plastiksackerl
Nach Österreich werden jährlich rund 700 Millionen Plastiksackerln importiert - um meistens genau einmal verwendet zu werden. Die Taschen legen im Durchschnitt 30.000 Kilometer zurück und landen dann bei uns im Müll oder im schlechtesten Fall irgendwo in der freien Natur.

Verbieten will den Verkauf von Plastiksackerln in Österreich niemand. Dabei könnte man jährlich allein in Österreich nach Schätzungen 8.000 Tonnen Müll vermeiden.
In Interspar-Märkten.
Alternative seit Juni im Angebot
Um eine Alternative anzubieten, hat Spar Österreich Kartoffelstärke-Sackerln im vergangenen Juni in den Interspar-Märkten eingeführt. "Das ist ein bisschen teurer als ein normales Plastiksackerl, fühlt sich ein bisschen anders an, ist aber genauso reißfest und genauso groß. Und es ist sogar kompostierbar - es verrottet zu 100 Prozent", sagt Konzernsprecherin Nicole Berkmann.

Und die Kunden nehmen die kompostierbaren Säcke unerwartet gut an, ergänzt Berkmann: "Von denen, die ein Einkaufssackerl nehmen, greifen rund 20 Prozent zum Kartoffelstärke-Sackerl."
Bald in mehr Filialen erhältlich
Ein Kartoffelstärke-Einkaufssackerl (Bild: Spar Österreich)
Deshalb sollen diese Einkaufssackerln jetzt in mehr Spar-Filialen und auch bei Spar-Kaufleuten angeboten werden, betont die Konzernsprecherin: "Wir sind gerade dabei, das auszurollen."

Spar lässt derzeit rund zwei Millionen Bio-Sackerln in Schwaz (Tirol) fertigen.
Auch dm denkt über Biosackerl nach
Gedanken über biologische Einkaufssackerln macht sich auch die Drogeriekette dm: Es gebe "intern Überlegungen, den Einsatz von Bio-Tragetaschen für unsere Kunden zu prüfen", betont dm-Marketing- und -Einkaufschefin Bettina Dollmann.

Denn Einkaufssäcke aus Papier sind kein echter Ersatz für Plastiksackerln, ergänzt Dollmann: "Im Transport ist Papier natürlich viel aufwändiger - ich bekomme in einen Lkw viel weniger Papiertaschen, als ich Plastiktaschen transportieren kann. Bei der Belieferung zu unserem Verteilzentrum bräuchte ich auf dem Transportweg mehr Aufwendungen. Es ist immer ein Abwägen, was hier die optimale Variante ist."
Abfallwirtschaft: Plastiksackerl oft verzichtbar
Die optimale Variante wäre ein Behältnis, dass der Kunde bei jedem Einkauf immer wieder verwendet - der gute alte Einkaufskorb genauso wie das oft verwendbare Kunststoffkisterl. Dafür plädiert der Leiter des Abfallwirtschaftsamtes der Stadt Salzburg, Winfrid Herbst.

Eines ist für ihn aber klar: "Es gibt kein Plastiksackerl-Problem, das wir auf den Straßen sehen oder in der Landschaft. Es gibt aber - genauso wie in allen anderen Bundesländern - einen sehr hohen Plastiksackerl-Verbrauch, der sich aber leider nicht exakt beziffern lässt. Wenn man sich ein bisschen zusammennimmt, kann man auf sehr viele dieser Plastiksackerln verzichten."
Was halten Sie von Einkaufssackerln aus Kartoffelstärke?
83.13 % Sie sind eine wichtige Innovation, um vom Plastik wegzukommen.
6.98 % Das ist Augenauswischerei - sie sind teurer und nicht so gut wie Plastik- oder Papiersackerln.
9.88 % Mir ist egal, woraus das Sackerl gemacht ist - Hauptsache, es erfüllt seinen Zweck.
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