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DI | 14.02.2012
Das Krankenhaus in Oberndorf (Bild: ORF)
STADT OBERNDORF
Vamed steigt bei Krankenhaus ein
Die Stadtgemeinde Oberndorf (Flachgau) wird ihr Krankenhaus in Zukunft mit einem privaten Partner betreiben, und zwar mit der weltweit agierenden Firma Vamed. Das hat die Gemeindevertretung nun beschlossen.
Erweiterung und Modernisierung
Die Stadtgemeinde behält mit 51 Prozent die Mehrheit. Den Geschäftsführer stellt die Partnerfirma. Das hat die Gemeindevertretung am Mittwochabend mit großer Mehrheit beschlossen.

Die Zusammenarbeit mit dem privaten Partner sichere den Standort langfristig ab und ermögliche eine Modernisierung und Erweiterung des Krankenhauses.
200 Jobs waren in Gefahr
Das Krankenhaus hat der Stadtgemeinde Oberndorf in der Vergangenheit zwei große Probleme beschert. Zum einen hat der jährliche Verlust die Finanzen in arge Turbulenzen gebracht, und daneben hätte eine Schließung des Krankenhauses bedeutet, dass 200 Arbeitsplätze in der Region wegfallen.

Eine Schließung war vom Land Salzburg immer wieder ins Auge gefasst worden, zwar nicht explizit, aber unter dem beschönigenden Begriff, es gebe keine langfristige Standortgarantie.
Schröder sieht viele Vorteile
Bürgermeister Peter Schröder (SPÖ) hat sich daraufhin auf die Suche nach einem privaten Partner begeben - unterstützt von der Landes-SPÖ, skeptisch beäugt von der Oberndorfer ÖVP.
Am Mittwochabend hat Schröder der Gemeindevertretung den Partner Vamed präsentiert: "Die Firma hat an unserem Standort großes Interesse. Sie wird ihr Service-Center und ihren Standort für den süddeutschen Raum und das nördliche Österreich bei uns aufbauen. Der Neu- und Umbau wird nicht nur unser Krankenhaus aufwerten; durch das Reha-Zentrum und Ärzte-Zentrum gibt es weitere große Vorteile."
ÖVP massiv gegen Privatisierung
Gegen die Zusammenarbeit mit dem privaten Partner hat nur ein ÖVP-Mandatar gestimmt. Bauchweh hätten auch die anderen ÖVP-ler gehabt, sagt Stadtrat Hannes Danner:

"Wir waren eigentlich nicht sehr glücklich mit dem Gedanken einer Teil-Privatisierung. Wir haben grundsätzlich die Meinung, dass das Gesundheitswesen eine der ureigensten Aufgaben der öffentlichen Hand sein sollte."
"Übergabe ans Land fahrlässig"
Bemerkenswert ist, wie wenig Vertrauen der SPÖ-Gemeindevertreter und langjährige Gewerkschaftssekretär Josef Gönitzer in seine Parteikollegin Gabi Burgstaller - Landeshauptfrau sowie Gesundheits- und Spitalreferentin - zu haben scheint: "Grundsätzlich hätte ich es für fahrlässig gehalten, wenn wir nichts tun und das Krankenhaus dem Land Salzburger überantworten - so wie das Mittersill und Tamsweg gemacht haben."

Die Mitarbeiter des Krankenhauses Oberndorf bleiben Gemeindebedienstete. Neu eintretende Mitarbeiter werden nach dem Kollektivvertrag der Privatkliniken entlohnt.
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