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MI | 11.04.2012
Zigarette (Bild: ORF)
NICHTRAUCHERSCHUTZ
Lungenärzte für Rauchverbot in Gastronomie
In der Gastronomie müsse in Österreich ein lückenloses Rauchverbot eingeführt werden. Das fordern Österreichs Lungenfachärzte bei einem internationalen Kongress in Salzburg. Andere Länder Europas seien hier viel weiter.
Im Vergleich mit anderen Ländern.
Österreich liegt zurück
Als eines von wenigen Ländern in der EU habe Österreich einen unzureichenden Nichtraucherschutz und befinde sich in diesem Punkt beinahe auf dem Stand eines Entwicklungslandes, kritisieren die Lungenspezialisten.

Bei dem Kongress wurden auch neue Daten über die Folgen des Rauchens für Nichtraucher vorgestellt. So wurden in China 15.000 Nichtraucher über einen längeren Zeitraum beobachtet und untersucht.
"Passivrauchen macht krank"
Die Ergebnisse sind deutlich, sat Lungenfachärztin Silvia Hartl: "Passivrauchen macht krank - das ist wissenschaftlich hart belegt. In China gibt es sehr viele Nichtraucher, die auf Grund von mangelndem Arbeitsschutz am Arbeitsplatz dem Rauchen für 40 Stunden pro Woche mehr als fünf Jahre lang ausgesetzt werden und an der chronischen Lungenerkrankung COPD, die auch Raucher entwickeln, erkranken, als ob sie selbst geraucht hätten."
"Niemand verliert ja etwas dabei".
Haltung der Politik "nicht nachvollziehbar"
Der Salzburger Lungenspezialist Michael Studnicka und seine Fachkollegen fordern nun Österreichs Politik zum Handeln auf. Es müsse eine generelles Rauchverbot in der Gastronomie eingeführt werden - die lauwarmen Lösungen, wie es sie bisher gebe, seien zu wenig.

"Warum die Parteien daran kein Interesse haben, ist für uns eigentlich nicht nachvollziehbar, weil es in sehr vielen Ländern ohne Einbußen für die Gastronomie umgesetzt wurde", sagt Studnicka, "Es verliert ja niemand etwas dabei und ich weiß nicht, warum sich Politiker da nicht trauen, über den eigenen Schatten zu springen."
Personal besonders gefährdet
Besonders das Personal in der Gastronomie sei durch Passivrauchen massiv gefährdet, betont Lungenarzt Studnicka. Das bestätigt auch Leonardo Fabbri von der Universität Modena in Italien.

Er sagt, in Italien seien alle Beteiligten mittlerweile sehr froh über das strikte Rauchverbot in Lokalen, das beinhart durchgesetzt wurde. Fabbri ist auch Präsident der internationalen Vereinigung der Lungenfachärzte. Rauchen bringe nicht nur die Raucher selbst um, sagt Fabbri: "Rauchen ist ein Killer."
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