Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Apotheke - Symbol (Bild: ORF)
ARZNEIMITTEL-KOMBINATIONEN
Probleme in mehr als 1.000 Fällen
In über 1.000 Fällen mussten Patienten in Salzburg ihre Medikamente wechseln, weil die Wechselwirkung zwischen den ursprünglich verschriebenen Arzneien für sie ein Gesundheitsrisiko bedeutet hätte.
Überprüfung mit Datenbank-Hilfe
Mehr als 7.500 Patienten wurden beim Pilotprojekt "Arzneimittel-Sicherheitsgurt" in 71 Salzburger Apotheken bisher beobachtet: Sie nahmen in dieser Zeit über 90.000 Medikamente, die überwiegend vom Arzt verschrieben wurden.

Ein spezielles Computerprogramm mit Datenbank warnt dabei vor möglichen Problemen, die auftreten können, wenn ein Patient mehrere Medikamente schlucken muss. In mehr als 1.000 Fällen sind Probleme mit Wechselwirkungen aufgetreten.
"Nebenwirkung wird verstärkt".
Aufpassen: Antibiotika und Cholesterinsenker
Die Rezepte dieser Patienten mussten geändert werden, sagt Friedemann Bachleitner-Hofmann, Präsident der Salzburger Apotherkammer: "Es hat auch 115 sehr gravierende Fälle gegeben - da musste in die Therapie durch den Arzt eingegriffen werden."

Oft gab es Problem, "wo Antibiotika mit cholesterinsenkenden Medikamenten verschrieben waren", ergänzt Bachleitner-Hofmann, "Hier kann es dazu kommen, dass eine Nebenwirkung des cholesterinsenkenden Medikamentes verstärkt wird. Da kommt es zu Nierenschädigungen oder sogar zu Nierenversagen."

Die häufigsten Probleme traten mit blutverdünnenden Mitteln wie Aspirin auf.
Ärzte: Manchmal müssen Risiken sein
Josef Lohninger, Vertreter der praktischen Ärzte in Salzburg, hält dagegen, dass der Arzt seinen Patienten kennt und manchmal auch ein Risiko eingehen muss.

"Ich weiß, dass einige Patienten zu ihren Hausärzten zurückgeschickt worden sind, weil Plavix und Aspirin verschrieben worden sind", sagt Lohninger, "Nun ist aber diese Kombination eine Standardtherapie und fast ein Muss, wenn der Patient bei einer Herzkranzgefäßerkrankung einen Stent (eine Stütze für eine Gefäßwand - Anm.) bekommen hat."
Angst vor Misstrauen gegen Mediziner
Die Folge des Zurückschickens war, "dass der Patient sein Vertrauen in die behandelnden Ärzte verloren hat, weil er gesagt hat: Die wollen mich vergiften."

Lohninger kann der Medikamenten-Überprüfung aber einiges abgewinnen, wenn geklärt ist, wer in welcher Form Zugang zu den Daten bekommt."
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News