Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Schüler (Bild: APA)
MÄDCHEN BEVORZUGT
Buben in Schulen benachteiligt
Ein Salzburger Erziehungswissenschaftler hat in einer neuer Studie herausgefunden: Buben würden im Unterricht ungerecht behandelt und Mädchen tendenziell bevorzugt.
Leistungen stimmten mit Beurteilung nicht überein.
Tatsächliche Leistungen mit Noten verglichen
Buben bekommen bei gleicher Schulleistung oft schlechtere Noten als Mädchen. Das hat der Salzburger Erziehungswissenschaftler Ferdinand Eder in einer aktuellen Untersuchung festgestellt.

So wurden beispielsweise in Mathematik die tatsächlichen Leistungen der Schülerinnen und Schüler mit den Noten verglichen, die den Kindern von den Lehrern gegeben wurden.
Bessere Rechner, schlechtere Noten
"Bei den Leistungen in Mathematik sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu Gunsten der Buben relativ groß. In der Einschätzung der Lehrer, wer die besseren Rechner sind, besteht ein kleiner Unterschied zu Gunsten der Buben. Bei den Noten erkennt man jedoch einen klaren Unterschied zu Gunsten der Mädchen", sagt Eder.
Noten belohnen oft
soziales Verhalten.
Bonus für "brave" Mädchen
Warum diese Unterschiede bestehen, sei noch nicht geklärt, so Eder.

"Mädchen sind tendenziell kooperativer im Unterricht. Sie bringen Lehrer auch in eine Schuldposition. Das führt dann auch dazu, dass sie einen Bonus bei der Benotung bekommen", sagt Eder.
Verdeckte "Rache" für schlechtes Benehmen
Noten spiegeln keineswegs nur die Leistung. Sie sind zugleich Sanktionen für unerwünschtes Benehmen, hat Eder festgestellt.

Krasse Beispiele dafür lieferten früher manche Sonderschulen. Hier waren wesentlich mehr Buben zu finden als Mädchen.

"Buben hatten einfach größere soziale Anpassungsschwierigkeiten, waren aber keineswegs weniger leistungsfähig als Mädchen", sagt Eder.
Lehrer könnten den Buben gerechter werden.
Verweiblichung der Pädagogik
Ein weiterer Grund dafür, dass Mädchen in der Schule bevorzugt werden, könnte nach Eder darin liegen, dass Schulen und Pädagogik mittlerweile von Frauen dominiert werden.

Mehr männliche Lehrkräfte könnten dafür sorgen, dass Buben insgesamt wieder gerechter behandelt würden, so Eder.

Die Ergebnisse der Untersuchung betreffen die siebente und achte Schulstufe in Hauptschulen und Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS).
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