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DI | 14.02.2012
Postbus im Winter unterwegs (Bild: ORF)
PILOTPROJEKT IM TENNENGAU
Öffi-Busse fahren Firmen an
Im Tennengau werden öffentliche Busse ab Dezember auch gewisse Firmen anfahren. So sollen sich Mitarbeiter Sprit und die Unternehmen Parkplätze ersparen.
Einbindung in bestehenden Tennengau-Takt
Mit dem Bus statt mit dem eigenen Auto in die Arbeit und das auch noch zu sehr günstigen Kosten: dieses Motto soll ab Dezember für die Mitarbeiter großer Tennengauer Firmen gelten:

Der Tennengauer Regionalverband startet gemeinsam mit Postbus und dem Land ein Projekt, bei dem die Werksverkehre zu großen Tennengauer Firmen in den bestehenden Tennengau-Takt eingebunden werden.
Einstieg mit Mitarbeiter-Ausweis
Bosch, M-Real, Binder, Erdal, La Redoute oder Johnson & Johnson: das sind einige der großen Tennengauer Firmen, an die sich das neue Angebot richtet - ein Angebot, das Mitarbeiter günstig oder vielleicht sogar kostenlos zur Arbeit bringt.

Die genauen finanziellen Konditionen für die Fahgäste müssen zwischen den Bürgermeistern noch genau ausverhandelt werden, sagt der Obmann des Tennengauer Regionalverbandes, der St. Kolomaner Bürgermeister Christian Struber:

"Die Mitarbeiter können mit einem Mitarbeiter-Ausweis der teilnehmenden Firmen in die Busse ein- und bei ihrer Firma wieder aussteigen."
Startphase im Salzachtal, Ausweitung geplant
Teils sollen die ohnehin schon fahrenden Busse so besser ausgelastet werden, dazu kommen aber auch zusätzliche Busse, erläutert Struber:

"In der Startphase bedienen wir den Ast zwischen Golling und Salzburg. Betroffen sind also alle Linien im Salzachtal, und zwar in beide Richtungen.

Der zweite Schritt wäre dann, dass wir das Projekt auf das Lammertal und die Seitentäler Richtung Adnet und Gaißau bzw. Vigaun und St. Koloman ausdehnen."
Endausbau kostet 200.000 Euro zusätzlich
In der angepeilten End-Ausbaustufe würde das neue System pro Jahr etwa 100.000 Buskilometer zusätzlich und Mehrkosten von 200.000 Euro erfodern.

Geplant ist, dass je rund die Hälfte dieser Kosten das Land beisteuert, die andere Hälfte beteiligte Firmen und die Tennengauer Gemeinden.
Bosch-Mitarbeiter lobt Angebot
Der Kuchler Gerhard Siller, der bei der Firma Bosch arbeitet, kann sich den Umstieg vom Auto auf den Bus gut vorstellen:

"Ich finde das Angebot recht interessant. Ich habe kleine Kinder, mit denen meine Frau vielleicht ab und zu einmal zum Arzt fahren muss, dafür das Auto benötigt und dann zu Hause zur Verfügung hat, während ich gleichzeitig mit dem Bus vielleicht sogar gratis zur Arbeit komme."
"Sicher zur Arbeit, weniger Parkplätze nötig"
Auch Bosch-Firmensprecher Franz Lang beurteilt das Projekt sehr positiv, zumal er auch Vorteile für das Unternehmen sieht:

"Unsere Mitarbeiter kommen so pünktlich an ihren Arbeitsplatz und gleichzeitig würden wir weniger Parkflächen benötigen. Zudem kämen die Mitarbeiter so wohl sicherer an ihren Arbeitsplatz, als wenn sie mit dem Auto fahren. Und das ist gerade im Winter von Bedeutung", sagt Lang.

Das neue Angebot richtet sich an rund 2.500 Mitarbeiter von Tennengauer Firmen - mittelfristig gesehen, soll rund ein Drittel von ihnen die Firmenbusse in Anspruch nehmen, hofft Regionalverbands-Chef Christian Struber.
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