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MI | 11.04.2012
SMS an den Postbusfahrer (Bild: ORF)
VERSUCH IM LUNGAU
Postbus kommt nur noch nach SMS
Der Postbus startet im Lungau einen Versuch: Wenig frequentierte Haltestellen werden dort nur angefahren, wenn der Fahrgast per Knopfdruck einen Bus holt. Der Postbusfahrer bekommt dann eine SMS, dass an der Haltestelle ein Kunde wartet.
Knopf, mit dem der Postbus gerufen wird (Bild: ORF) Fahrgast holt Bus per Knopfdruck
Drei abgelegene Haltestellen in zwei Lungauer Gemeinden wurden mit einem elektronischen Rufsystem ausgerüstet. Im Mariapfarrer Ortsteil Gröbendorf und an zwei Stopps in Zederhaus befinden sich die ersten drei Bedarfs-Haltstellen, bei denen der Postbus das neue System ausprobiert.

"Zwischen drei und 20 Minuten vor Kurszeit besteht die Möglichkeit, auf einen Knopf zu drücken, der bewirkt, dass der Bus über eine SMS-Lösung gerufen wird", sagt Postbus-Regionalmanager Gernot Hubner, "Durch das Drücken des Knopfs bekommt der Busfahrer im Bus eine SMS, wo es heißt: Bitte Haltestelle anfahren. Er beantwortet diese mit einem einfachen Knopfdruck und fährt diese Haltestelle an. Dieses Gerät wird nur bei Haltestellen installiert, wo wir wissen, dass nicht bei jeder Kursfahrt jemand aus- oder einsteigt."
"Ersparen uns Leerkilometer"
Knapp 10.000 Euro hat die Ausrüstung der ersten drei Haltestellen gekostet. Für den Postbus haben sie einige Vorteile, betont Hubner.

"Wir ersparen uns Leerkilometer - wo der Bus nicht fährt, sparen wir uns wirtschaftlich etwas. Es ist psychologisch etwas: Denn keiner sieht gerne einen leeren Bus herumfahren. Für die Fahrgäste, die im Bus sind, haben wir auf lange Sicht die Möglichkeit, Kurse zu verkürzen. Je weniger Haltestellen, umso schneller kann de Bus fahren."
Display bei der Anforderung des Postbusses (Bild: ORF)
Sorgen bei Bürgermeistern
Der Versuch bereitet den Bürgermeistern aber auch Sorgen: Was ist, wenn bei der Bedarfshaltestelle kaum bis fast gar keine Fahrgäste einsteigen? Besteht dann nicht die Gefahr, dass sie der Postbus überhaupt streicht und beispielweise ein gebrechlicher Pensionist noch weiter als jetzt zu seiner nächsten Haltestelle gehen muss?

Für den Obmann des Lungauer Regionalverbandes, den Mauterndorfer Bürgermeister Wolfgang Eder (ÖVP), ist eines klar: "Dass diese kleinen Haltestellen in Zukunft auch befahren werden müssen."
Bei Erfolg mehr Haltestellen umgerüstet
Angesprochen auf diese Forderung, sagt Postbus-Manager Hubner: "Garantie gibt es für nichts im Leben. Aber allein aus dem Grund, dass wir diese Haltestellen mit einem System ausgestattet haben, das einiges an Geld kostet, ist mindestens die nächsten fünf, zehn, 15 Jahre garantiert, dass sie bleiben."

Sollte sich das neue System bewähren, dann sollen aus den heuer drei Bedarfshaltestellen im kommenden Jahr schon 20 werden, ergänzt Hubner.
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