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MI | 11.04.2012
Die Salzach (Bild: ORF)
SALZACH
Flusssanierung "Wettlauf mit der Zeit"
In vier Wochen werden an der Salzach bei Oberndorf (Flachgau) die Bagger auffahren. Die Sanierung des Flusses sei ein "Wettlauf mit der Zeit", betonen die Fachleute. Zu tief habe sich die Salzach schon in ihr Bett gegraben.
Ufergebiete in Gefahr
Jahrelang wurde nach der bestmöglichen Varianten gesucht, wie man die Salzach sanieren könnte. Vom ursprünglichen Projekt, in dem auch Kraftwerke vorgesehen waren, ist aber nicht mehr viel übrig.

Das Grundproblem im Flachgau: Seit der Begradigung 1820 fließt die Salzach zu schnell und gräbt sich zu tief in ihr Bett. Da wegen der Kraftwerksbauten am der Fluss kaum mehr Kies mitführt, bekommt die Flussohle im Flachgau kaum mehr Nachschub. Damit wird die Salzach unweigerlich auf den unter der jetzigen Flusssohle liegenden Seeton geraten und ihn wegspülen.

Dadurch können aber große Uferbereiche instabil werden und ins Rutschen geraten. Die Folgen wären sowohl für den Flachgau als auch für Bayern schwerwiegend.
Das Ziel
So soll die Salzach nach der Sanierung aus der Luft aussehen (Bild: ORF)
So soll die Salzach nach der Sanierung aus der Luft aussehen.
Erleichterung, dass begonnen wird
Deshalb ist Naturschutz-Landesrat Sepp Eisl (ÖVP) erleichtert, dass nun endlich mit den der Uferbefestigung in Laufen begonnen wird.

"Die Maßnahmen, die wir jetzt setzen, sind natürlich Maßnahmen, die zum Uferschutz und zum Hochwasserschutz dienen, aber auch im Blickpunkt des Naturschutzes, des Gewässerschutzes hier erfolgen und gerade für Fische, für anderes Getier und Pflanzen hier einen besseren Lebensraum bringen."
Mahnung: Weitere Bauten müssen folgen
Nach der Uferbefestigung in Laufen müsse es so schnell wie möglich weitergehen, mahnt Günter Hopf vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein: "Ohne die zeitnahe Umsetzung der nächsten Schritte bleibt dieser Einzelschritt wirkungslos."

"Wir brauchen das offene Deckwerk unterhalb - Laufen, Oberndorf -, um die Flusssohle von unten zu stützen und die Städte zu sichern. Wir brauchen aber genauso die Rampen im Freilassinger Becken und die weichen Ufer, damit sich die Salzach nicht immer noch näher an Laufen und Oberndorf heranfrisst. An knapp der Hälfte der Strecke zwischen Laufen und Oberndorf hat die Salzach schon zugeschlagen. Beim nächsten Ereignis kann sie in den Städten stehen. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit."
Kein Zeitplan, keine Kostenschätzung
Sicher ist bei der Sanierung nur der Aufteilungsschlüssel der Kosten: 50 Prozent des Geldes kommt von der EU, und je 25 Prozent bezahlen Österreich und Bayern. Noch gibt es aber für das aus vielen Einzelprojekten bestehende Sanierungsprogramm weder einen Zeitplan noch eine Kostenschätzung.

Wann das größte Risiko gebannt sein wird, können die Experten noch nicht genau sagen. Realistisch sei ein Zeitraum von drei bis vier Jahren - hoffentlich ohne Hochwasser.
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