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DO | 09.02.2012
Der umgedrehte Helikopter (Bild: APA)
"KONTRACOM"-FESTIVAL
Wird politischer Erfolg zum Bumerang?
Mit einem politischen Erfolg könnte sich das heurige "Kontracom"-Festival jetzt selbst schaden. Eine Unterschriftenaktion für eine "kunstfreie" Innenstadt von Salzburg droht zum Bumerang zu werden.
Mehr als 2.000 haben unterschrieben
Das heurige Kontracom-Kunstfestival in der Salzburger Altstadt steht vor einem politischen Erfolg - und schadet sich damit selbst.

Es geht um die Unterschriftenaktion "Salzburg bleib frei": ein schweizer Künstler hat dabei Unterschriften gegen Kunst in der Salzburger Innenstadt gesammelt.

Mehr als 2.000 sind es geworden und sie sind auch dem Bürgermeister übergeben worden, womit ein offizielles Bürgerbegehren unmittelbar bevorsteht.
Ironisch Gedachtes könnte zu Begehren führen
Die Unterschriftensammlung war selbst Teil des Kontracom-Festivals - gedacht als ironischer Kommentar zur Aufregung um die Kunstwerke, beispielsweise um den umgedrehten Hubschrauber auf dem Residenzplatz.

Der Basler Christoph Büchel hat mit der Aktion einige Verwirrung gestiftet: erst nach Tagen war klar, dass es sich um eine Kunstaktion handelt.

Aus Spaß wird jetzt aber ernst, weil genügend Unterschriften für ein Bürgerbegehren zustande gekommen sind. Mit der Übergabe an Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden läuft jetzt das Verfahren zur Einleitung eines Begehrens.
Schaden "gar nicht amüsiert"
Schaden selbst zeigt sich darüber alles andere als amüsiert:

"Das trägt nicht gerade dazu bei, meine eigene und die Begeisterung einer breiten Öffentlichkeit für 'Kontracom' zu steigern, wobei man sich als Staatsbürger und auch als Politiker durchaus seine eigene Meinung dazu bilden darf, ob etwas gelungen ist oder nicht.

Bei 'Kontracom' war halt Vieles nicht wirklich gelungen. Wir werden daher sicher ernsthaft darüber reden müssen, in wessen Hände wir in Zukunft das Festival legen, wenn es weiter gehen soll," sagt Schaden.
"Kosten für Begehren vermindern Subvention"
Die Kosten für ein allfälliges Bürgerbegehren will Schaden an die Kontracom-Verantwortlichen weitergeben: künftige Subventionen würden entsprechend gekürzt, droht Schaden.

Offen ist derzeit noch die Frage, warum die Unterschriften überhaupt übergeben wurden und damit ein Bürgerbegehren gegen die Interessen der Künstler gestartet werden soll.
Künstler derzeit in den USA
Christoph Büchel weilt zurzeit in den USA, seine Vertreter in Salzburg wollen in der Öffentlichkeit nicht auftreten.

Die Salzburger Wahlbehörde überprüft derzeit die Gültigkeit der Unterschriften.
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