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DI | 14.02.2012
Jungunternehmer (Bild: ORF)
EUROPAWEIT SCHLUSSLICHT
Mehr Akademiker sollen Firmen gründen
Nur zehn Prozent aller in Österreich gegründeten Firmen haben einen akademischen Hintergrund - das Potenzial sei aber fünf Mal so groß. Damit sich das in Salzburg ändert, gibt es das Business Creation Center in Salzburg (BCCS).
Beratungszentrum für mehr "Spin Offs"
Österreich ist bei den Firmen, die aus Universitäts-Projekten oder Abschlussarbeiten entstehen ("Spin Offs"), bis jetzt europaweites Schlusslicht. Deshalb wurde in Salzburg das akademische Gründerzentrum eingerichtet - es bietet eine kostenlose Beratung und finanzielle Unterstützung.

Die ersten Erfolge zeigen sich: So wagt Martin Herfurt, Absolvent des Studiengangs Telekommunikationstechnik und -Systeme an der Fachhochschule Salzburg, den Sprung in die Selbstständigkeit. Er hat sich in den letzten Jahren einen Ruf als international anerkannter Experte für die Bluetooth-Funk erworben - das ist die kabellose Kommunikation zwischen PC und tragbaren Geräten wie zum Beispiel dem Handy.
Datenfunk für Unterhaltungsprojekt
Jetzt will er sein Wissen in der eigenen Firma nutzen: "Das Gesamtprojekt wird im Unterhaltungs- und auch im Werbungssektor Anwendung finden", sagt Herfurt, "Also multimediale Inhalte wie Bild und Ton."

Details kann Herfurt nicht verraten, er muss noch patentrechtliche Fragen klären: "Kern der Idee ist eigentlich, dass Leute unkompliziert persönliche Informationen mit anderen teilen. Da geht's sehr viel um Gruppenbildung im Internet und um die Vernetzung der realen mit der virtuellen Welt."
Über 50 Akademiker in der Beratung
Herfurt ist einer von über 50 Akademikern, die in Salzburg die rechtliche und wirtschaftliche Beratung oder die finanzielle Unterstützung von bis zu 75.000 Euro in Anspruch genommen haben, die das akademische Gründerzentrum BCCS bietet.

Für den Neo-Unternehmer, der früher bei der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research gearbeitet hat, ist klar: "Das ist schon eine große Hilfe. Gerade wenn man selbstständig werden möchte, ist es schon eine sehr große Hürde, Geld in die Hand zu nehmen."
Hochschul-Absolventen "haben nicht den Mut"
So wie Herfurt gebe es viele potenzielle Unternehmensgründer an den Hochschulen, ist BCCS-Geschäftsführer Rudolf Hittmair überzeugt.

"Wir wissen, dass die akademischen Gründungen in Österreich wesentlich unter zehn Prozent liegen. Es gibt neue Studien, die besagen, dass Potenziale bis zu 50 Prozent da wären. Leute aus dem akademischen Bereich haben Ideen, aber nicht den Mut, diese Idee auch wirklich umzusetzen. Wir wollen mehr Mut zum Unternehmertum und das ist auch der Hintergrund dieses Gründerprogramms."
Ähnliche Programme in andern Ländern
Ähnlich wie in Salzburg werden auch in den übrigen Bundesländern akademische Firmengründungen stark unterstützt.
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