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MI | 11.04.2012
Volkskultur. Bild: ORF
VOLKSKULTUR WILL MEHR GELD
Nun droht Landesobmann mit Rücktritt
Die Forderung nach mehr Geld vom Land für Brauchtumsvereine wird lauter. Nun fordert auch der Landesobmann dieser Szenen deutlich mehr Geld und droht mit Konsequenzen.
Wenn nicht zusätzliches Geld fließt, will der Obmann der Heimatvereine Eder den Job an den Nagel hängen.
Oberhofer als Vorreiter
Erst kürzlich hat der Obmann der Heimatvereine im Pinzgau, Alexander Oberhofer, seinen Rücktritt angekündigt.

Er protestiert damit gegen die - wie er sagt - krasse finanzielle Benachteiligung der heimischen Volkskultur gegenüber moderner Kunst.
Kaum Ersatz für Spesen
Reisekosten für Referenten, zum Beispiel für Volkstanzkurse, oder Spesenersatz für die Fahrt zu Sitzungen?

Selbst diese Selbstverständlichkeiten seien aus dem Budget der Bezirskverbände kaum mehr zu finanzieren, kritisiert Erwin Eder, Landesobmann der Salzburger Heimatvereine.
"Wir sind Stiefkind"
Es gehe nicht darum, Brauchtum und moderne Kunst gegeneinander auszuspielen.

Beim Geld sei die Volkskultur aber ein Stiefkind, kritisiert Eder und bringt einmal mehr den Vergleich mit dem Kontracom-Festival:
"Mit normalen Leuten nicht so umgehen"
"Dort sind 1,35 Millionen Euro zur Verfügung, und ich habe für meinen Verband gute 100.000 Euro für 339 Vereine mit 18.000 Mitwirkenden.

Wenn wir den Vergleich anstellen, dann fühlt sich die Basis einfach verarscht, weil das kann es nicht sein, dass man mit den normalen Leuten so umgeht."
"Schande"
Es sei eine Schande, dass Brauchtumsvereine im Tourismusland Salzburg derart am Hungertuch nagen, stößt der Obmann der Pongauer Heimatvereine, Cyriak Pichler, ins gleiche Horn:
"Das will der Gast"
"Der Gast kommt zu uns, und der will ja das sehen, was bei uns Volkskultur ist: Volkstanz, Volkslied und die Tracht. Da fällt so viel an, wo wir immer wieder Geld brauchen.

Und wenn da immer wieder gekürzt wird, das tut einfach so weh. Und es wundert mich nicht, wenn der eine oder andere sagt, ich mag einfach nimmer. Wir müssen immer Bittsteller sein, es ist einfach zum Schreien."
Landesrätin räumt Geldmangel ein
Wenn es nicht rasch mehr Geld gebe, werde man eben die Auftritte einschränken müssen, droht Pichler.

Die für Brauchtum zuständige Landesrätin Doraya Eberle (ÖVP) räumt eine "finanzielle Schieflage" ein, wie sie sagt.

Sie werde sich bei Finanzreferent und LHstv. Othmar Raus (SPÖ) für mehr Geld einsetzen, sagt Eberle:
"Werde für mehr Geld kämpfen"
"Ich kann in der Volkskultur die Budget-Disziplin von minus zehn Prozent nicht einhalten sondern werde das fordern, was gebraucht wird.

Ich kann nicht sagen, dass die geforderten 50.000 Euro machbar sind. Ich kann nur sagen, dass ich kämpfen werde. Und zwar für mehr Geld."
Rute ins Fenster
Ob der Landesverband die 50.000 Euro mehr pro Jahr tatsächlich erhält, werden die Budgetverhandlungen im Herbst ergeben.

Landesobman Erwin Eder stellt schon jetzt der Regierung die Rute ins Fenster:
"Tue nicht mehr mit"
"Wenn sich nichts ändert, dann ist mein Job bei der nächsten Jahreshauptversammlung im März ebenfalls in Frage zu stellen. Ich tu`dann sicher nicht mehr mit dann."
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