Salzburg ORF.at
wetter.ORF.at
DI | 14.02.2012
Braunbär (Bild: APA)
UMSIEDELN STATT ABSCHIESSEN
Internationaler Jagdrat will Bären lebend
Bis zu 50.000 Euro will es sich der Internationale Jagdrat kosten lassen, den Braunbären "Bruno", der gerade in Tirol herumstreift, lebend einzufangen und in ein woanders freizulassen. Das Tier zu töten, sei die letzte Möglichkeit.
Bär streunt zwischen Bayern und Tirol
Braunbär Bruno hatte im Raum Garmisch-Partenkirchen in Bayern mehrere Schafe gerissen und war in einen Hühnerstall eingedrungen. Weil er auch seine Scheu vor Menschen verloren hat, ist der etwa zwei Meter große Bär in Bayern und Tirol zum Abschuss freigegeben worden. Mittwochabend wurde er im Bezirk Kufstein gesehen.

150 ausgewählte Tiroler Jäger sind aufgefordert den jungen Braunbären zu töten, wenn sie ihn sichten. Allerdings ist im Bezirk Kufstein noch kein Schießbefehl erteilt worden.
Bären zuerst beobachten
Ein Abschuss sei nicht nötig, der Bär solle zunächst beobachtet werden, sagt Dieter Schramm, Präsident des Internationalen Jagdrates.
Zwischenquartier in Zoo
Bruno einzufangen und an einen anderen Ort zu bringen, sei die weit bessere Lösung, sagt Schramm: "Gehen wir davon aus: Wir können das Tier betäuben und wir haben einen Platz gefunden, wo wir das Tier nicht nur verbringen können, sondern wo es auch eine artgerechte Lebensweise führen kann."

Der Jagdrat habe die Unterstützung der optischen Industrie, "die gesagt hat: Geben wir Nachtsichtgeräte, wir haben Narkosegewehre", ergänzt Schramm, "Dann haben wir die Kosten des Transportes zu überlegen, wir haben die Kosten, dass wir dieses Tier in Pension geben müssen. Weil Bären gibt es genügend - und kein Zoo nimmt auf Anhieb einen Bären, da muss man schon was hinlegen."
Keine "übereilten Aktionen"
Die Einfangaktion könne bis zu 50.000 Euro kosten, macht sich der Präsident des Jagdrates keine Illusionen: "Wir stehen bereit, dieses Geld mit Hilfe unserer Sponsoren für diesen Zweck zu widmen, vorausgesetzt, es ist der richtige Weg. Wir warnen vor übereilten Aktionen, wir wollen Ruhe bewahren."

Zur Zeit suchen Experten nach geeigneten Gebieten in Mitteleuropa, wo der Problembär freigelassen werden könnte, so Dieter Schramm vom Internationalen Jagdrat.
Versicherer will Schäden bezahlen
Und ein britischer Versicherer hat versprochen, Schäden bis zu eineinhalb Millionen Euro zu bezahlen, die Braunbär Bruno anrichtet - wenn das Tier nur am Leben bleibt.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News