Salzburg ORF.at
MI | 11.04.2012
Strommasten (Bild: ORF)
SEEKIRCHEN-KRAIHAM
Untersuchung: Krebsfälle durch Stromleitung?
Der Umweltmediziner Gerd Oberfeld untersucht jetzt einen möglichen Zusammenhang zwischen Krebsfällen im Seekirchner Ortsteil Kraiham (Flachgau) und Stromleitungen. In der Siedlung sind zehn Menschen an Krebs gestorben.
40-Häuser-Siedlung an der Stromleitung
Es gibt eine Liste mit zehn Namen aus Kraiham, die in den vergangenen Jahren an Krebs gestorben sind. Zusammengestellt wurde sie von einer Bewohnerin, die mittlerweile selbst nicht mehr lebt. Sie ist ebenfalls an Krebs verstorben.

In der 40-Häuser-Siedlung Kraiham ist kein Gebäude weiter als 250 Meter von der 220-Kilovolt-Stromleitung entfernt. Und es gebe kaum ein Haus in Kraiham, in dem in den vergangenen Jahren nicht jemand an Krebs gestorben ist, sagt eine beunruhigte Nachbarin, die anonym bleiben will.
Liste bei Umweltmediziner gelandet
Die Häufung von Krebsfällen blieb nicht unbemerkt: Die besagte Liste ist mittlerweile beim Umweltmediziner des Landes, Oberfeld, gelandet, der in seinem Gutachten zur geplanten 380-kV-Leitung zwischen Eugendorf und dem oberösterreichischen St. Peter am Hart erstmals von einer Gesundheitsgefährdung neben Starkstromleitungen spricht.
Fälle an gesamter Trasse gesucht
Er untersuche zurzeit einen möglichen Zusammenhang zwischen Krebsfällen und der Starkstromleitung, sagt Oberfeld - allerdings nicht nur in Kraiham, sondern entlang der gesamten Strecke der bestehenden 220-kV-Trasse zwischen Eugendorf und Berndorf.

Dazu recherchiert der Umweltmediziner im Tumorregister des Landeskrankenhauses und vergleicht die Krebsfälle im Zusammenhang mit dem Abstand zur Starkstromleitung. In drei bis vier Wochen soll diese Untersuchung fertig sein.
Ganz Österreich
Salzburg News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News